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Präsident Michel Aoun : Libanon will Explosionsursache in alle Richtungen untersuchen

Ein libanesischer Soldat untersucht am Freitag ein Auto am Ort der verheerenden Explosion im Hafen Beiruts. Bild: dpa

Die Explosion in Beirut könne auch durch eine Rakete, eine Bombe oder eine andere Tat ausgelöst worden sei, teilt das Präsidialamt mit. Bislang lag der Fokus auf 2750 Tonnen hochexplosiven Ammoniumnitrats, die im Hafen gelagert wurden.

  • Aktualisiert am
          1 Min.

          Die Ursache für die Explosionskatastrophe in Beirut ist dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun zufolge noch unklar. Auch ein Raketenangriff oder ein Bombenanschlag werde demnach nicht ausgeschlossen, teilte das Präsidialamt am Freitag mit. Es werde untersucht, ob es sich um Fahrlässigkeit wegen der Lagerung hochexplosiven Materials, einen Unfall oder einen Eingriff von außen handele. Es gebe auch die Möglichkeit, dass die Explosion durch eine Rakete, eine Bombe oder eine andere Tat ausgelöst worden sei, zitierte das Amt Aoun und bestätigte damit dessen Äußerungen gegenüber lokalen Medien.

          Forderungen nach einer internationalen Untersuchung wies Aoun zurück. Auf die Frage, ob er gegen eine internationale Untersuchung sei, antwortete er mit „natürlich“. Eine solche Untersuchung würde „die Wahrheit verwässern“.

          Am Dienstagabend hatten zwei gewaltige Explosionen die libanesische Hauptstadt erschüttert. Nach jüngsten Angaben der Behörden wurden dabei mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 5000 verletzt. Rund 300.000 Menschen wurden obdachlos. Dutzende Menschen werden weiterhin vermisst.

          Bei der Suche nach der Ursache lag der Fokus bislang auf 2750 Tonnen hochexplosiven Ammoniumnitrats, die der Regierung zufolge sechs Jahre lang ungesichert im Hafen gelagert wurden. Aoun sagte, die Untersuchung werde auf drei Ebenen geführt. Erstens, wo das explosive Material hergekommen und wie es gelagert worden sei, zweitens, ob die Explosion durch Fahrlässigkeit oder einen Unfall verursacht worden sei und drittens die Möglichkeit, dass es einen externen Eingriff gegeben habe.

          In Sicherheitskreisen war zuletzt von Untätigkeit und Fahrlässigkeit bei der Lagerung des explosiven Materials die Rede. In diesem Zusammenhang waren am Donnerstag auch mehrere Hafenmitarbeiter festgenommen worden, darunter Sicherheitskreisen zufolge auch der Hafenchef.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte kurz nach den Explosionen gesagt, es habe sich mutmaßlich um einen „furchtbaren Angriff“ mit einer „Art von Bombe“ gehandelt. Am Mittwoch machte er jedoch einen Rückzieher und sagte, die Detonationen könnten doch durch einen Unfall ausgelöst worden sein.

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