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EVP-Fraktionschef Manfred Weber  : „Eine neue Eurokrise ist nicht auszuschließen“

  • Aktualisiert am

Separatisten demonstrieren in Barcelona Bild: dpa

Der Fraktionschef der EVP im Europaparlament, Manfred Weber, warnt im Konflikt um Kataloniens Unabhängigkeit vor einem europäischen Flächenbrand. Er fordert Verhandlungen zwischen der Zentralregierung und den Separatisten.

          Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber (CSU), hat die Befürchtung geäußert, dass der Streit in Spanien über die Unabhängigkeit Kataloniens eine neue Eurokrise auslösen könnte. Eine politische Auseinandersetzung um Katalonien könne „zu einem europäischen Flächenbrand werden“, sagte Weber der „Bild“-Zeitung“ vom Samstag. Er hob hervor: „Auch eine neue Eurokrise ist nicht auszuschließen, wenn die katalanische Regionalregierung den Konflikt weiter eskalieren lässt.“

          Weber forderte, die spanische Zentralregierung in Madrid und die Regionalregierung Kataloniens müssten „auf Basis der spanischen Gesetze“ umgehend an den Verhandlungstisch. Hierzu brauche es auch mehr Druck von außen auf die katalanische Regionalregierung.

          Rede vor dem Parlament in Barcelona

          Fünf Tage nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien treiben Separatisten ihre Pläne für eine Abspaltung von Spanien voran. Der Chef der Regionalregierung, Carles Puigdemont, kündigte für Dienstag eine Rede vor dem Parlament in Barcelona an. Nach Angaben eines Abgeordneten soll dann die Unabhängigkeitserklärung angenommen werden, die demnach bereits in Arbeit ist.

          Die Zentralregierung hatte am vergangenen Wochenende mit einem großen Polizeiaufgebot versucht, das von der Justiz für rechtswidrig erklärte Referendum über eine Unabhängigkeit Kataloniens zu verhindern. Polizisten schlossen Wahllokale, beschlagnahmten Abstimmungsunterlagen und hinderten Menschen mit Schlagstöcken und Gummigeschossen an der Stimmabgabe. Bei dem Referendum stimmten 90 Prozent der Teilnehmer für eine Abspaltung von Spanien, die Beteiligung lag allerdings bei nur 43 Prozent.

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