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Urteil über Sterbehilfe : Euthanasie einfach(er)

Sterbehilfe leicht gemacht: Bundesverfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle im Februar 2020. Bild: dpa

Euthanasie ist in den Niederlanden an Voraussetzungen geknüpft. Bei Demenzpatienten dürfte bald häufiger der Arzt kommen. Hierzulande wird es spannend.

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          Unter den gut 6000 Niederländern, die sich mittlerweile in jedem Jahr von Ärzten in den Tod schicken oder begleiten lassen, machten Personen mit einer Demenzerkrankung nur einen verschwindend kleinen Teil aus. Denn zwei der gesetzlichen Voraussetzungen für Euthanasie sind bei Demenzpatienten oft nicht mit hinreichender Sicherheit gegeben: eine eindeutige Willensbekundung und ein Leiden, das unerträglich geworden ist und unumkehrbar zum Tod führt.

          In dem Fall, der nun von dem obersten Gericht der Niederlande verhandelt wurde, fiel das Urteil zugunsten einer Ärztin aus, die eine Demenzpatientin getötet hatte. Damit ist die ethische Grauzone nicht beseitigt, in der sich ein Arzt bei Euthanasie an Demenzpatienten bewegt. Aber Mutmaßungen über den Patientenwillen und über das Ausmaß des Leides bekommen nun mehr Gewicht – was sich bald in den einschlägigen Statistiken niederschlagen dürfte.

          Zur Sterbehilfe-Debatte in Deutschland trägt das Urteil des Hoge Raad nicht allzu viel bei. Im Februar hat das Bundesverfassungsgericht die Zurverfügungstellung todbringender Medikamente ausschließlich an die Bekundung des freien Willens durch den Suizidenten geknüpft. Ob dieser Wille auf Vorrat bekundet werden kann, werden auch hierzulande Gerichte klären müssen. Ansonsten hat die Justiz es einfacher als in den Niederlanden: Auf unerträgliches und aussichtsloses Leid muss hierzulande niemand abstellen.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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