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Europol warnt : Wie organisierte Betrüger die Corona-Krise ausnutzen

Polizeikontrolle an der belgisch-französischen Grenze im März 2020. Kriminelle haben infolge der Corona-Krise neue Betätigungsfelder erschlossen. Bild: AP

Mit gefälschten Bluttests, mangelhafter Schutzkleidung, dubiosen Medikamenten und Scheinfirmen machen Kriminelle in der Corona-Krise derzeit ein Milliardengeschäft.

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          In den Niederlanden standen schon 52 Lieferwagen bereit, um zehn Millionen Atemschutzmasken nach Nordrhein-Westfalen zu bringen. Ab der Grenze sollten sie von der Polizei begleitet werden. Das Land hatte einer Schweizer Vertriebsfirma fast 15 Millionen Euro überwiesen. Doch kam das Geschäft nie zustande: Die Firma war Betrügern aufgesessen. Anfang des Monats flog das auf. Ermittler in mehreren europäischen Ländern waren beteiligt, auch die EU-Polizeibehörde Europol mit Sitz in Den Haag. Seit Beginn der Corona-Epidemie hat sie Straftaten, die damit in Zusammenhang stehen, besonders in den Blick genommen.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          „Organisierte kriminelle Gruppen sind notorisch flexibel und anpassungsfähig“, sagt die Direktorin Catherine De Bolle. Das erlebe man auch in dieser Krise. Der Betrugsfall zeigt exemplarisch, wie die Täter vorgehen. Die von Nordrhein-Westfalen beauftragte Vertriebsfirma wandte sich an ein spanisches Unternehmen, das über das Internet Schutzmasken anbot. Was sie nicht merkte: Sie war auf eine gefälschte Internetseite hereingefallen, die der eines echten Unternehmens nachempfunden war, nur mit anderen Kontaktdaten. Die „Spanier“ sagten per E-Mail die gewünschten zehn Millionen Masken erst zu, verwiesen dann aber an einen „vertrauenswürdigen Händler“ in Irland.

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