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Reaktion des Westens : Russland aus G8 suspendiert

Eingerahmt von Demokraten: Putin auf dem G8-Gipfel 2013 in Nordirland Bild: REUTERS

Russland ist nach Angaben von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius aus der Gemeinschaft der führenden Wirtschaftsnationen (G8) suspendiert worden. Eine Einladung an Putin in der Normandie hält Paris aufrecht.

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          Der französische Außenminister Laurent Fabius hat am Dienstag angekündigt, dass Russlands Teilnahme am nächsten G8-Gipfel im Juni „ausgesetzt“ werde. Darauf hätten sich die sieben führenden Industriestaaten geeinigt, verbreitete Fabius über seinen Twitter-Account.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Frankreich halte allerdings die Einladung an den russischen Präsidenten Putin am 6. Juni in der Normandie an den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Anlandung der Alliierten aufrecht, fügte der Außenminister hinzu. In einem Radiogespräch hatte Fabius zuvor lediglich gefordert, die Vorbereitungen für den G8-Gipfel „auszusetzen“, solange Russland nicht direkte Verhandlungen mit der Ukraine beginne.

          Hubschraubergeschäft fraglich

          Fabius drohte auch damit, den Verkauf von zwei Hubschrauberträgern vom Typ Mistral an Russland zu stornieren, sollte Moskau nicht einlenken. Das 2011 noch unter Präsident Sarkozy abgeschlossene Milliardengeschäft war damals von den baltischen Staaten scharf kritisiert worden. Die Hubschrauberträger werden in Saint-Nazaire gebaut, der Wahlheimat von Premierminister Jean-Marc Ayrault. Der Regierungschef hatte sich ausdrücklich dagegen gewandt, mit der Annullierung des Rüstungsgeschäftes zu drohen.

          Etwa 1000 Arbeitsplätze hängen direkt von dem Großauftrag ab. Fabius sagte am Dienstag, „wenn Russland so weitermacht“, stehe der Auftrag zur Disposition. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian und Fabius sagten eine langfristig geplante Reise nach Moskau zu Gesprächen mit dem russischen Verteidigungs- und Außenminister ab. Es wäre sonst der Eindruck entstanden, dass Frankreich die derzeitigen Entwicklungen dulde. Das russische-französische Ministertreffen werde nur stattfinden, wenn es „Fortschritte in der Ukraine-Krise“ gebe.

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