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Wahl in Rumänien : Es geht ums Prinzip

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Strahlender und bescheidener Sieger: Rumäniens nächster Präsident Klaus Johannis feiert am Wahltag in Bukarest Bild: Reuters

Die Rumänen wollen ihre demokratischen Bürgerrechte nicht beschneiden lassen. Deshalb haben sie den deutschstämmigen Klaus Johannis zum Präsidenten gewählt.

          Nachdem die Wahlbüros in Bukarest am Sonntagabend geschlossen hatten, machten sich Tausende Menschen spontan auf den Weg zum Universitätsplatz – dem Ort, an dem vor 25 Jahren der Aufstand gegen den kommunistischen Diktator Nicolae Ceauşescu begonnen hatte. Die Wut darüber, dass die Regierung abermals Auslandsrumänen daran gehindert hatte, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen, entlud sich in Sprechchören.

          Die Demonstranten forderten den sofortigen Rücktritt des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Victor Ponta. Sie hatten samt und sonders für den Hermannstädter Bürgermeister Klaus Johannis gestimmt, aber mit seinem Sieg hatten nur wenige gerechnet.

          Applaus brandete auf, als die Ergebnisse der ersten Wählerbefragungen auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hindeuteten, er ging in Jubel über, als sich abzeichnete, dass Johannis drauf und dran war, Ponta zu überrunden. Kurz vor neun stellte sich der Ministerpräsident vor eine Fernsehkamera im Hauptquartier seiner Partei. Mit der Bemerkung, das Volk habe immer Recht, gestand er seine Niederlage ein und gratulierte seinem Gegner. Als diese Bilder von den Monitoren flimmerten, verwandelte sich die Kundgebung in ein Freudenfest. Die Menge stimmte die Nationalhymne an, Fahnen wurden geschwenkt, nicht wenigen stiegen Tränen in die Augen.

          Auslandsrumänen an den Urnen

          Wie gewaltig dieser Sieg schließlich ausfallen würde, ließ sich in vollem Umfang erst am Montag erkennen, als das Zentrale Wahlbüro nach der Auszählung von 99 Prozent der Stimmen bekanntgab, dass 54,5 Prozent auf Johannis entfielen und 45,5 Prozent für Ponta. Bei der ersten Runde der Präsidentenwahl, die am 2. November stattgefunden hatte, hatten für den Ministerpräsidenten Ponta 40 und für Johannis 30 Prozent der Wähler gestimmt. In absoluten Zahlen waren das 3,8 Millionen für Ponta und 2,8 Millionen für Johannis.

          Zwei Wochen später drehte sich das Verhältnis völlig um. Für Johannis stimmten 6,2 Millionen, eine Million mehr als Ponta. Nahezu alle Beobachter waren davon ausgegangen, dass es ihm kaum gelingen könnte, Pontas Vorsprung einzuholen. Ein Teil der Stimmen, die Johannis am Sonntag zuflogen, stammte von den Auslandsrumänen, von denen sich 380.000 an der Stichwahl beteiligten – gegenüber 160.000 bei der ersten Runde. Aber entschieden wurde die Wahl von denen, die sich am 2. November noch für keinen Kandidaten entscheiden konnten und zu Hause blieben.

          Von den 18 Millionen Wahlberechtigten gaben am Sonntag 11,6 Millionen ihre Stimme ab, das entspricht einer Wahlbeteiligung von knapp mehr als 64 Prozent – ein Rekordergebnis für rumänische Verhältnisse. An der ersten Runde hatten sich 53 Prozent beteiligt, bei der letzten Präsidentenwahl 2009, die Traian Băsescu mit hauchdünnem Vorsprung vor dem Sozialdemokraten Mircea Geoana gewann, hatte die Beteiligung 58 Prozent betragen.

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