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Viktor Orbán : Ungarn sind „vom Aussterben bedrohte Art“

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Sorgt sich um seine Ungarn: Ministerpräsident Viktor Orbán. Bild: Reuters

Die Angst vor der rechtsextremen Jobbik-Partei dürfe man nicht übertreiben, sagt der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán. Und warnt wieder einmal vor einer multikulturellen Einwanderungs-Gesellschaft.

          Die Ungarn sind nach Meinung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán „eine vom Aussterben bedrohte Art“. Darin sei er sich mit den Rechtsradikalen einig, sagte Orbán in einem Interview der ungarischen Tageszeitung „Napi Gazdasag“.

          Die erstarkende rechtsradikale Oppositionspartei Jobbik - derzeit Ungarns zweitstärkste Kraft - bezeichnete Orbán als gefährlich. Doch dürfe man die Angst vor ihr nicht übertreiben, fügte er hinzu. Abermals sprach er sich gegen eine multikulturelle Gesellschaft durch Einwanderer aus: „Wir werden alles tun, damit Ungarn sich davor rettet.“

          Aus nicht-christlichen Ländern seien Investoren, Künstler oder Gelehrte willkommen, doch „wollen wir uns nicht mit ihnen in der Größenordnung von Massen vermischen“, sagte er. Derzeit läuft eine von Orbán initiierte Befragungsaktion zur Einwanderungspolitik, die Kritiker als populistisch bezeichnen.

          Zugleich versprach er in dem Interview eine weniger kämpferische Politik als bisher. Man habe bisher die Macht gehabt und auch genutzt, jetzt aber müsse man zeigen, „was der ganze Kampf gebracht hat“, sagte er. Orbán regierte von Mai 2010 bis Februar 2015 mit einer parlamentarischen Zweidrittelmehrheit seiner Partei Fidesz, die er durch eine Nachwahl verloren hat. Mit dieser Zweidrittelmehrheit hatte er unter anderem eine neue Verfassung durchgesetzt, die seinen Interessen dient.

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