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Vatikan : Papst Franziskus ernennt 20 neue Kardinäle

  • -Aktualisiert am

Die Kardinäle lauschen einer Rede Papst Franziskus’ im Vatikan. Bild: dpa

Papst Franziskus hat 20 neue Kardinäle in ihr Amt eingeführt. Unter den Würdenträgern war auch der 80 Jahre alte Erzbischof Karl-Josef Rauber. Damit gibt es nun zehn aus Deutschland stammende Kardinäle.

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          Papst Franziskus hat zwanzig neue Kardinäle kreiert und sie aufgerufen, in ihrem neuen Amt in Liebe zu dienen: „In der Kirche hat jeder Vorsitz seinen Ursprung in der Liebe, muss in Liebe ausgeübt werden und hat als Ziel die Liebe“. Darin spiele die Kirche in Rom eine vorbildliche Rolle, sagte der Papst am Samstag im Petersdom von Rom. Bei der feierlichen Übergabe des purpurfarbenen Biretts und Kardinalsrings, an der auch Vater Benedikt teilnahm, erinnerte der Papst alle Kardinäle daran, dass der Begriff Kardinal sprachlich mit dem lateinischen Wort cardo wie Angelpunkt verwandt sei. Es gehe also nicht um etwas Zusätzliches, Dekoratives, das an eine Auszeichnung denken lasse sondern um einen „Bolzen“, einen für das Leben der Gemeinschaft wesentlichen Stütz- und Drehpunkt.

          „Ihr seid „cardines“ – Angelpunkte – und seid inkardiniert in der Kirche von Rom, die der gesamten Liebesgemeinschaft vorsteht“, sagte Franziskus. Das „Hohelied der Liebe“ aus dem Ersten Brief des heiligen Paulus an die Korinther sei ein Schlüsselwort für alle Kardinäle, die er aufforderte nicht auf sich selbst zu sehen, sondern auf den anderen und auf seine Würde, seine Lage, seine Bedürfnisse zu achten. Es gebe gewiss oft Gelegenheiten, zornig zu werden. Aber die Liebe befreie alle Kirchenleute von der unentschuldbaren und tödlichen Gefahr „des unterdrückten, im Innern genährten Zorns, der dich dazu bringt, das Böse, das du erlitten hast, nachzutragen. Nein. Das ist für einen Kirchenmann unannehmbar. Wenn man eine augenblickliche und sofort beruhigte Wut überhaupt entschuldigen kann, so keineswegs den Groll“. Unter den neuen Kardinälen ist auch der aus Nürnberg stammende frühere Vatikandiplomat Karl-Josef Rauber.

          Beim letzten Konsistorium im Februar 2013 hatte der Papst noch wie üblich Bischöfe seines Kurienstabes zu „Senatoren“ kreiert wie Staatssekretär Pietro Parolin und den Präfekten der Glaubenskongregation, den Deutschen Gerhard Ludwig Müller. Er hatte auch die traditionellen Kardinalssitze bedacht: Londons Westminister Cathedral mit Erzbischof Vincent Nicols, Québec mit Gérald Cyprien Lacroix und Buenos Aires mit seinem Nachfolger Mario Poli. Jetzt aber belohnt Franziskus bei seinen Kreierungen – außer den 62 Jahre alten Präfekten der Apostolischen Signatur Dominique Mamberti – vor allem Seelsorger vom Rande der Welt: 15 neue Kardinäle aus 14 Ländern, aus Asien, Ozeanien, Afrika und Südamerika gibt es; sowie fünf weitere wie den früheren deutschen Präsidenten der päpstlichen Diplomatenakademie Erzbischof Karl Josef Rauber, die mit mehr als achtzig Jahren bei einem Konklave nicht mehr wahlberechtigt wären.

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