https://www.faz.net/-gq5-871pb

Vater von Thalys-Angreifer : „Er hat nie über Politik gesprochen“

  • Aktualisiert am

Ayoub El Khazzani war am Freitag mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und einem Teppichmesser in den Thalys-Schnellzug gestiegen Bild: AFP

Der Vaters des Angreifers im Thalys-Schnellzug hat seinen Sohn in Schutz genommen. Sein Sohn habe nie über Politik gesprochen. Spanische Behörden berichten hingegen von Reden über den Kampf gegen Ungläubige.

          1 Min.

          Der Vater des mit einer Kalaschnikow bewaffneten Angreifers im Schnellzug von Amsterdam nach Paris hat seinen Sohn in Schutz genommen. „Er war ein guter Junge, sehr fleißig“, sagte Mohamed El Khazzani über seinen Sohn Ayoub laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Telegraph" vom Sonntag.

          Der Vater räumte ein, dass er keine Ahnung habe, was seinen Sohn zu der Tat veranlasst habe, da er seit mehr als einem Jahr nicht mehr mit ihm gesprochen habe. Ein politisches Motiv hielt Mohamed El Khazzani allerdings für unwahrscheinlich. Sein Sohn habe „nie über Politik gesprochen, nur über Fußball und Fischen“, sagte der Marrokaner laut „Telegraph“ unter Tränen.

          Die Familie El Khazzani lebt demnach seit 2007 in Spanien, der im andalusischen Algeciras ansässige Vater Mohamed arbeite in der Recyclingindustrie.Der Vater beklagte laut „Telegraph", dass ein französisches Telekommunikationsunternehmen seinen Sohn mit einem Halbjahresvertrag nach Frankreich gelockt und ihn nach einem Monat einfach rausgeschmissen habe. „Was sollte er tun? Was sollte er essen?“, sagte der Vater der britischen Zeitung.

          Ayoub El Khazzani war am Freitag mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und einem Teppichmesser in den Thalys-Schnellzug gestiegen. Mehrere Passagieren überwältigten ihn und verhinderten dadurch vermutlich ein Blutbad. Einer der an der Aktion beteiligten amerikanischen Soldaten und ein Reisender wurden verletzt. Beim Verhör durch Anti-Terror-Ermittler in Paris bestritt der Marokkaner jegliche Anschlagsabsicht. Er habe auf die Zugpassagiere „einen Überfall verüben" wollen, sagte seine Anwältin Sophie David. Die Waffen will er in einem versteckten Koffer in einem Brüsseler Park gefunden haben.

          Spurensuche: Polizisten nehmen den Tatort im Thalys genau in Augenschein.

          Ayoub El Khazzani lebte von 2007 bis 2014 in Spanien, zunächst in Madrid, dann im andalusischen Algeciras. Dort fiel er den Sicherheitsbehörden wegen Reden auf, in denen er den bewaffneten Kampf gegen Ungläubige propagierte. Laut französischen Ermittlern lebte der junge Mann von Gelegenheitsjobs und kleineren Delikten, darunter Drogenhandel.

          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android
          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android

          Das neue Angebot für den klugen Überblick: Die wichtigsten Nachrichten und Kommentare der letzten 24 Stunden – aus der Redaktion der F.A.Z. – bereits über 100.000 mal heruntergeladen.

          Mehr erfahren

          Weitere Themen

          Söder (sic!)

          Fraktur : Söder (sic!)

          Im Tanzen zeigt sich die Qualität der Akteure auch darin, das jeweilige Gegenüber gut aussehen zu lassen. Aber gilt das auch für den Journalismus?

          Topmeldungen

          Christian Sewing und Martin Zielke (rechts)

          Nach Zielkes Rückzug : Sewing, übernehmen Sie!

          Es darf bezweifelt werden, dass die Commerzbank den Weg aus ihrer schwersten Krise alleine findet. Und so dürfte es mit Blick auf den Chef der Deutschen Bank bald heißen: Herr Sewing, übernehmen Sie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.