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Militärkonvoi durch Osteuropa : Ritt für die Verbündeten

Schaulustige bestaunen am Dienstag in der polnischen Stadt Bialystok einen Panzer der amerikanischen Armee Bild: dpa

Mit einem Militärkonvoi bringt die amerikanische Armee ihre Kampftruppen entlang der östlichen Nato-Grenze zurück in ihre deutschen Standorte. Das soll Stärke gegenüber Russland demonstrieren

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          Der Sprecher im Europa-Hauptquartier des amerikanischen Militärs spricht von einer „monumentalen“, sehr komplexen Operation. Und tatsächlich sind die Zahlen des „Dragoon Ride“ beeindruckend: 1800 Kilometer, sechs Staaten, gut 100 gepanzerte Fahrzeuge und mehrere Hundert Soldaten. Mit einem Konvoi von Stryker-Radpanzern entlang der östlichen Grenze des Nato-Gebiets, durch die drei baltischen Staaten, Polen und Tschechien bis nach Bayern zeigt die amerikanische Armee Stärke gegenüber Russland.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der „Road March“, der am Sonntag in Estland gestartet ist und von Maschinen einer im bayerischen Ansbach stationierten Hubschrauberbrigade begleitet wird, soll angesichts der Spannungen und Auseinandersetzungen in der Ukraine sowie der fortgesetzten militärischen Demonstrationen Russlands ein Zeichen der Verbundenheit Amerikas mit seinen Nato-Partnern setzen.

          Üblicherweise wird schweres Gerät und Ausrüstung dieser Art per Schiff oder auf der Schiene transportiert. Der Konvoi, der der erste dieser Art für eine Stryker-Einheit mit Radschützenpanzern ist, biete aber die Möglichkeit zu demonstrieren, dass die Armee in der Lage sei, mit großer Flexibilität auf neue Bedrohungsszenarien zu reagieren und große Operationen mit den Verbündeten zu koordinieren, heißt es aus amerikanischen Militärkreisen.

          Große Flexibilität bei neuen Bedrohungen

          Zudem biete er der Bevölkerung in den sechs Staaten auf der Route, die Gelegenheit das moderne Kriegsgerät der Streitkräfte der Vereinigten Staaten aus der Nähe in Augenschein zu nehmen. Auf der Strecke sind einem Sprecher zufolge zudem verschiedene Militärübungen mit den jeweiligen Gastgeberländern geplant. Koordiniert wird die umfangreiche Truppen-Rotation vom Europa-Hauptquartier der Armee in Wiesbaden.

          Mit dem „Dragoner-Ritt“ kehren Truppen des 2. Kavallerie-Regiments an ihren Heimatstandort in Vilseck in der Oberpfalz zurück. Am 1. April sollen sie dort eintreffen. Die Einheit ist zusammen mit einer Luftlandebrigade im italienischen Vincenza die einzige in Europa verbliebene Kampfbrigade des amerikanischen Heeres in Europa, nachdem das Pentagon in den vergangenen zehn Jahren die Truppenstärke massiv verringert hatte.

          Die Soldaten, die in den vergangenen Monaten im Rahmen des Nato-Manövers „Atlantic Resolve“ an Übungen in Polen, Estland und Litauen teilgenommen hatten, werden nun durch etwa 900 Mann der 1. Brigade der 3. Infanterie-Division aus dem Bundestaat Georgia ersetzt. Diese gehören zu den regelmäßig nach Europa rotierenden Einheiten, die nach den Vorstellungen der amerikanischen Regierung die hier fest stationierten Brigaden unterstützen und regelmäßig mit den Nato-Partnern trainieren sollen. Die Nato-Mitglieder Polen, Estland, Lettland und Litauen fühlen sich wegen der Kämpfe in der Ukraine und der Rolle Russlands zunehmend bedroht und haben wiederholt eine stärkere militärische Präsenz der Nato in Osteuropa gefordert.

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