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UN-Bericht über die Ukraine : 225.000 Menschen auf der Flucht

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge aus der Ostukraine sind unter anderem in einem Flüchtlingslager in Sewastopol auf der Krim untergekommen Bild: AFP

Wegen der Kämpfe in der Ostukraine haben fast eine Viertelmillion Menschen ihre Heimat verlassen. Das melden die Vereinten Nationen. Die meisten Vertriebenen flüchteten ins Nachbarland.

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          Der gewaltsame Konflikt in der Ukraine hat nach UN-Angaben bislang rund 225.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Etwa 130.000 Menschen hätten bisher die Ukraine in Richtung Russland verlassen, teilte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Freitag in Genf mit. 95.000 seien innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

          Ende Juni lag die Zahl der Flüchtlinge noch bei rund 164.000. 110.000 waren bis dahin nach Russland gegangen, 54.000 hatten innerhalb der Ukraine ihre Wohngebiete verlassen. Viele Flüchtlinge gaben nach UN-Angaben nun an, Angst davor zu haben, ins Kreuzfeuer von prorussischen Separatisten und ukrainischen Militärs zu geraten.

          Die Rebellenhochburg Donezk wurde am Freitag den dritten Tag in Folge mit Artillerie beschossen. Gesundheitsbehörden berichteten, in der Region seien innerhalb eines Tages 14 Menschen getötet worden. Nach Angaben der ukrainischen Führung kamen 13 Soldaten ums Leben.

          Menschenrechtler warfen der ukrainischen Armee vor, bei den Kämpfen gegen die Rebellen in diesem Monat ungesteuerte Raketen vom Typ Grad eingesetzt zu haben. Der Einsatz solcher Waffen in dicht besiedelten Gebieten könne ein Kriegsverbrechen sein, erklärte Human Rights Watch. Bei dem Beschuss mit Grad-Raketen seien in Donezk sowie in Vororten der Großstadt mindestens 16 Zivilisten ums Leben gekommen. Oft würden viele Geschosse abgefeuert, um ein großes Gebiet zu treffen. Die Organisation forderte die Rebellen auf, Einheiten und Waffen nicht in dicht besiedelten Gebieten zu stationieren.

          Amerika warf Russland unterdessen vor, ukrainische Truppen über die Grenze hinweg mit Artillerie zu beschießen. Ein Vertreter der russischen Grenzbehörde wiederum erklärte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA, am Freitag seien 40 ukrainische Granaten auf russischem Gebiet eingeschlagen.

          Australien schickt unbewaffnete Soldaten

          Australien will ein Kontingent von Soldaten zum Absturzort der malaysischen Boeing im Osten.der Ukraine schicken. Premierminister Tony Abbott sprach am Freitag von einer „humanitären Mission“, deren Bedingungen in einem Abkommen mit der Regierung in Kiew festgelegt würden. Das Ziel bestehe darin, die 28 australischen Insassen der Maschine, die zu den insgesamt 298 Toten gehören, in die Heimat zu bringen. Das Abkommen mit der ukrainischen Regierung stehe kurz vor dem Abschluss, sagte Abbott. 90 australische Polizisten wurden bereits nach Europa verlegt, hundert weitere Sicherheitskräfte, dieses Mal Soldaten, sollen laut Abbott folgen.

          Die australischen Sicherheitskräfte sollen sich an einem internationalen Einsatz beteiligen, der am Absturzort nach verbliebenen Todesopfern und Hinweisen auf die Absturzursache sucht. Ein Großteil der Leichen wurde inzwischen in die Niederlande ausgeflogen, die die Leitung des Einsatzes übernommen haben. Die Niederlande bereiten nach Angaben von Ministerpräsident Mark Rutte unterdessen die Entsendung von 40 unbewaffneten Polizisten und 23 Ermittlern vor.

          Die Suche nach den Leichen und die Ermittlungen wurden bislang erheblich dadurch beeinträchtigt, dass das Absturzgebiet von prorussischen Separatisten kontrolliert wird, die die ukrainischen Sicherheitskräfte bekämpfen.

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