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Ukrainisches Parlament : Armee wird auf 250.000 Mann vergrößert

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Verstärkung im Anmarsch: Ukrainische Rekruten im Februar auf einem Stützpunkt in der Ukraine. Bild: AP

Das ukrainische Parlament hat einer Erhöhung der Truppenstärke auf bis zu 250.000 Soldaten zugestimmt. Das entspricht einer Vergrößerung von mehr als einem Drittel. Derweil hat Russland eine Militärübung begonnen.

          Mit großer Mehrheit hat das ukrainische Parlament eine Vergrößerung der Armee um mehr als ein Drittel auf 250.000 Soldaten beschlossen. Für den Vorschlag von Präsident Petro Poroschenko stimmten am Donnerstag in Kiew 270 von 422 Abgeordneten. Zuletzt war die Stärke der Streitkräfte auf 184.000 Soldaten beschränkt.

          Wegen des Krieges gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine hatte die prowestliche Führung im Januar mit einer Teilmobilmachung begonnen. Im Laufe des Jahres sollen dabei in drei Etappen mehr als 100.000 Reservisten bewaffnet werden. Parallel dazu werden im April turnusgemäß 40.000 Wehrpflichtige einberufen.

          Mit Blick auf den Ukraine-Konflikt hat das russische Militär derweil groß angelegte Manöver begonnen. Im Südlichen Wehrbezirk hätten mehr als 2000 Soldaten der Luftabwehrkräfte Feldübungen gestartet, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Moskau mit. Dabei werde vor allem der Einsatz von Boden-Luft-Raketen geübt. Das Manöver solle bis zum 10. April dauern. Im Gebiet Tscheljabinsk am Ural trainierten zudem mehr als 1000 Soldaten einer Aufklärungseinheit Einsätze hinter feindlichen Linien, wie die Agentur Interfax meldete. Gut ein Dutzend Kampfflieger übte außerdem im Gebiet Saratow im Süden Russlands gezielte Bombenangriffe.

          Russland hat außerdem nach eigenen Angaben Informationen über die Ankunft der ersten amerikanischen Soldaten im Westen der krisengeschüttelten Ukraine. Das Außenministerium in Moskau zeigte sich am Donnerstag mit Blick auf den Krieg in der Ostukraine besorgt. Die Zahl der amerikanischen Soldaten in Lwiw (Lemberg) solle bis auf 300 steigen. „Es ist klar, dass sie dem Land keinen Frieden bringen werden“, sagte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch der Agentur Interfax zufolge.

          Das Verteidigungsministerium in Kiew hat die Angaben zurückgewiesen. „Diese Information entspricht nicht der Wirklichkeit“, sagte Ministeriumssprecher Alexander Poronjuk in Lwiw (Lemberg) am Donnerstag. Über die Anwesenheit ausländischer Soldaten auf ukrainischem Boden müsse das Parlament in Kiew entscheiden, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Allerdings hatte zuvor der Sicherheitsrat in Kiew die Truppenpräsenz genehmigt. Großbritannien hatte am 25. Februar die Entsendung von Militärausbildern in die Ukraine angekündigt.

          Die Amerikaner sollen ukrainische Soldaten beim Umgang mit Waffen schulen. Amerikanische Medien hatten zuletzt von Plänen für eine Ausbildungszeit vom 5. März bis 31. Oktober in der Westukraine berichtet. Das ukrainische Verteidigungsministerium in Kiew bestätigte die Anwesenheit der Truppen auf Anfrage zunächst nicht.

          Der amerikanische Informationsdienst „Defense News“ berichtete von einer geplanten Stationierung der Truppen auf dem Übungsgelände Jaworiw bei Lemberg an der polnischen Grenze. Dort befindet sich ein Internationales Zentrum für Friedenssicherung und Sicherheit - rund 1000 Kilometer vom Kriegsgebiet Donbass entfernt. Nach russischen Informationen gehören die amerikanischen Soldaten zu Einheiten, die in Italien stationiert sind.

          Der russische Außenamtssprecher berichtete zudem vom Einlaufen mehrerer Nato-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer. „Ich würde das ein ziemlich alarmierendes Signal und ein provozierendes Unterfangen nennen, das nicht zur Stabilität beiträgt“, sagte Lukaschewitsch. Zudem könne die mögliche Lieferung von amerikanischen Waffen in die Ukraine die Sicherheit Russlands bedrohen, betonte er.

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