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Scharfschützen auf dem Majdan : Mitglieder der Berkut-Polizei wegen Massenmordes verhaftet

  • Aktualisiert am

Mitglieder der aufgelösten Berkut-Spezialeinheit bitten Ende Februar in Kiew für ihre Taten öffentlich um Entschuldigung. Bild: AP

Zwölf Mitglieder der ukrainischen Bereitschaftspolizei Berkut sind verhaftet worden. Sie sollen während der Proteste in Kiew zahlreiche Demonstranten erschossen haben. Aus Moskau kommen neue Meldungen zum Truppenabzug.

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          In der Ukraine sind zwölf Mitglieder der inzwischen aufgelösten Berkut-Bereitschaftspolizei wegen des Verdachts auf Massenmord während der Proteste gegen die Regierung verhaftet worden. Den Polizisten werde vorgeworfen, friedliche Demonstranten erschossen zu haben, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Es handle sich um Mitglieder der „Schwarzen Einheit“, einer Spezialtruppe innerhalb der Berkut. „Die Polizisten wurden für Sondereinsätze trainiert, zu denen auch die Tötung von Menschen gehört“, sagte der Sprecher weiter. „Sie wurden direkt vom Präsidialamt überwacht.“

          Mehr als 100 Personen waren kamen bei den Demonstrationen gegen den damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch in der Hauptstadt Kiew getötet worden; viele von ihnen waren von Scharfschützen der Polizei erschossen worden. Verantwortlich dafür wurden die Mitglieder der Berkut gemacht. Die Polizeiorganisation wurde Ende Februar aufgelöst.

          Russland kündigt abermals Abzug an

          Unterdessen kündigte die russische Regierung abermals hat einen Abzug der Truppen von der Ostgrenze der Ukraine an, konkretisierte dabei aber den avisierten Zeitpunkt des Abzugs. Die Soldaten würden in ihre Kasernen zurückkehren, sobald die derzeitigen Manöver beendet seien, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag. Zugleich forderte er von der Nato Informationen über die militärischen Aktivitäten des Verteidigungsbündnisses in Osteuropa und eine Deeskalation in der Kommunikation zwischen beiden Seiten.

          Erst am Mittwoch hatte Nato-Oberkommandeur Philip Breedlove von einer „unglaublich besorgniserregenden“ Lage an der russisch-ukrainischen Grenze gesprochen. Mit den dort konzentrierten Truppen könne Russland binnen weniger Tage alle seine möglichen Ziele in der Ukraine erreichen. Die Regierung in Moskau warf der Nato ihrerseits vor, zur Sprache des Kalten Krieges zurückzukehren.

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