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Ukraine : Zehntausende demonstrieren gegen Janukowitsch

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Druck abgelassen: Bilder des ukrainischen Konterfeis - nach einer „Demonstration“ von Femen-Akvistinnen Bild: AFP

Ungeachtet eines gerichtlichen Verbots haben sich Zehntausende in Kiew zu Protesten gegen den ukrainischen Präsidenten versammelt. Die Polizei zieht sich mit vielen Verletzten zurück. Janukowitsch versucht, die Wogen zu glätten.

          Zehntausende Menschen haben in Kiew auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz gegen den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch protestiert. Die Demonstranten kamen trotz eines gerichtlichen Verbots zusammen. Sie räumten Gitter ab, die um den Maidan genannten Platz aufgestellt worden waren. Das zeigten laut Angaben der Nachrichtenagentur dpa Bilder des regierungskritischen Internetsenders hromadske.tv am Sonntag. Das entsprechende Video war am Mittag von Deutschland allerdings nicht zu empfangen.

          Die Polizei zog sich zurück. Am Abend zählte sie nach offiziellen Angaben rund hundert Verletzte in den eigenen Reihen. Ein Reporter der dpa schätzte die Menge der Demonstranten auf mehr als 100.000 Personen. Die Demonstranten waren von einem Park herübergezogen. Sie forderten in Sprechchören „Revolution“ und schwenkten EU-Fahnen als Forderung für einen Westkurs ihres Landes.

          Zehntausende Menschen demonstrierten am Sonntag in Kiew gegen den ukrainischen Präsidenten Janukowitsch - Reporter schätzten die Menge auf mehr als 100.000 Bilderstrecke

          Am Treffpunkt im Taras-Schewtschenko-Park hatten am Sonntagmorgen schon Stunden vor Beginn der Kundgebung mehr als 1000 Personen demonstriert. Der amtierende deutsche Außenminister Guido Westerwelle forderte die Ukraine mit Nachdruck auf, „die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten und die friedlich Demonstrierenden vor jeder Art von Einschüchterung und Gewalt zu schützen“. EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton und Erweiterungskommissar Stefan Füle verurteilten das „exzessive“ Vorgehen der Polizei gegen friedliche Protestteilnehmer.

          Auf dem zentralen Platz in Kiew hatten sich zunächst rund 1500 Regierungsgegner versammelt. Viele hatten dort trotz großer Kälte in der Nacht ausgeharrt. Die Mönche des gleichnamigen Klosters hatten Dutzende bei sich übernachten lassen. Vor dem berühmten Höhlenkloster protestierte eine halbnackte Femen-Aktivistin gegen Präsident Viktor Janukowitsch. „Tod der Diktatur“ stand auf ihrem Oberkörper.

          Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung Janukowitsch und einen EU-Kurs ihres Landes. Janukowitsch hatte auf dem EU-Gipfel zur östlichen Partnerschaft in Vilnius nach starkem Druck Russlands die Unterschrift unter ein Partnerschaftsabkommen mit der EU verweigert, sich am Sonntag aber bemüht, die Wogen zu glätten  Russische Nachrichtenagenturen zitierten aus einer Regierungserklärung Janukowitschs, er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um eine Annäherung an die EU voranzutreiben. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

          Auf Antrag der Stadtverwaltung hatte ein Kiewer Gericht bis zum 7. Januar Kundgebungen auf den beiden zentralen Plätzen sowie im Regierungsviertel verboten. Die Behörde begründete das Vorgehen damit, dass auf dem Unabhängigkeitsplatz sowie auf dem Europäischen Platz, auf denen zuletzt Tausende Befürworter eines EU-Kurses demonstriert hatten, Christbäume aufgestellt werden und Weihnachtsmärkte öffnen sollen. Zugleich betonte die Verwaltung, das Verbot betreffe nicht den Demonstrationsort im Taras-Schewtschenko-Park.

          Am Samstagmorgen hatte die Polizei eine Demonstration auf dem Unabhängigkeitsplatz gewaltsam aufgelöst. Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, verurteilte das Vorgehen. „Der Einsatz von Gewalt gegen friedliche Demonstranten in der Ukraine ist schlicht inakzeptabel“, schrieb Schulz bei Twitter.

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