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Ukraine : Massengrab in Slawjansk entdeckt

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In einem Massengrab in Slawjansk wurden mehrere unidentifizierte Leichen gefunden Bild: AFP

In der ostukrainischen Stadt Slawjansk wurde ein Massengrab gefunden. Laut „Human Rights Watch“ werden bis zu 14 Leichen dort vermutet. Wer die Toten sind und woran sie gestorben sind, ist unklar.

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          Rund drei Wochen nach dem Rückzug der prorussischen Separatisten aus Slawjansk im Osten der Ukraine wurde dort ein Massengrab gefunden. Das meldete die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“. Dem Bericht zufolge, wurden am Freitagnachmittag acht verweste Leichen gefunden.

          Das Auffinden der Leichen gelang, weil Anwohner am 11. Juni beobachtet hatten, wie ein Lastwagen vorfuhr und in Tücher gehüllte Leichen in eine Grube warf. In dem Grab werden bis zu 14 Leichen vermutet.

          In dem Bericht heißt es weiter, es sei zu früh, Aussagen darüber zu treffen, wer die Toten sind und ob sie Opfer eines Verbrechens wurden. Slawjansk habe in der fraglichen Zeit immer wieder mit Stromausfällen zu kämpfen gehabt, was zu Problemen in der Kühlanlage der Leichenhalle geführt haben könnte. Die Stadt war zwischen den prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee hart umkämpft. Von April bis zum fünften Juli war sie unter der Kontrolle der Aufständischen, ehe die Armee sie einnahm.

          Die Menschenrechtler verweisen darauf, dass die Aufständischen systematisch Anhänger der Regierung in Kiew entführt, geschlagen und auch gefoltert haben.

          Die Nachrichtenagentur AFP meldete, dass es sich bei vier der Toten um Kirchgänger handele, die nach einem Gottesdienst am 8. Juni entführt worden waren. Seitdem seien sie nicht mehr gesehen worden, wie Anton Geraschtschenko vom ukrainischen Innenministerium am Donnerstag erklärte. Geraschtschenko sprach von einem „Massengrab“, in dem auch noch die Leichen von 20 getöteten Aufständischen vermutet werden.

          „Wir wissen, dass weitere Massengräber in der Stadt existieren, aber wir wissen nicht wo - und dies ist das erste, das wir geöffnet haben“, sagte Geraschtschenko.

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