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Ukraine-Krise : Panzer für Separatisten

Auf der Seite der Separatisten sind nun mindestens drei Kampfpanzer im Einsatz. Wie kommt das schwere Gerät in die Ostukraine?

          Selten seit Beginn der Kämpfe in der Ostukraine im April waren die Angaben der ukrainischen Regierung und der prorussischen Separatisten im Moment einer neuen Eskalation so übereinstimmend wie in diesem Fall: Auf der Seite der Separatisten sind nun wenigstens drei Kampfpanzer im Einsatz.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

          Die ersten Nachrichten darüber waren Internetvideos, die am Donnerstagvormittag von ukrainischen Nachrichtenseiten veröffentlicht wurden. Im Laufe des Tages wurde die Nachricht von der ukrainischen Regierung bestätigt, bevor schließlich auch die Separatisten der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria-Nowosti mitteilten, sie hätten drei Panzer „erhalten“.

          Die Separatisten wollen indes keine Angaben darüber machen, wie die Panzer zu ihnen gelangt sind. In der ersten Meldung von Ria-Nowosti über die Panzer gibt es freilich einen Hinweis darauf, der zur Behauptung der ukrainischen Führung passt, das Gerät sei über Russland in das umkämpfte Gebiet gebracht worden: Die Agentur verweist darauf, dass die Panzer zuerst in der Kleinstadt Sneschnoje gesehen worden seien – und „nicht weit davon liegt das Grenzdorf Dmitrowka, das der Landsturm der Donezker Volksrepublik zwei Tage zuvor zusammen mit einem Grenzabschnitt unter seine Kontrolle gebracht hat“.

          Ein Sprecher des ukrainischen Innenministeriums sagte am Freitag, die Panzer hätten früher ukrainischen Einheiten auf der Krim gehört und seien nach der Besetzung der Halbinsel nach Russland und von dort nun in die Ostukraine gebracht worden.

          Wo sich die Panzer jetzt befinden, ist allerdings unklar – die Angaben der Konfliktparteien dazu sind ebenso widersprüchlich wie zu der Frage, ob sie noch einsatzbereit sind. Separatistenführer Puschilin gibt an, sie befänden sich in Donezk und sollten der Verteidigung der Stadt dienen. Die ukrainische Regierung lässt verlauten, sie seien in Kämpfen bald nach dem Grenzübertritt schwer beschädigt worden. Die ukrainische Führung berichtet seit Tagen immer wieder über ganze Konvois von Militärfahrzeugen, darunter auch Schützenpanzer, die aus Russland an den derzeit von den Separatisten kontrollierten Grenzabschnitten auf ukrainisches Gebiet eindringen.

          Die ukrainischen Streitkräfte konzentrieren sich derzeit darauf, die Kontrolle über diese Teile der Grenze zurückzuerlangen. Das geht sowohl aus ukrainischen wie aus russischen Berichten über heftige Kämpfe entlang der Grenze hervor. Dabei scheinen die ukrainischen Streitkräfte, die offenbar Konvois und Stellungen der Separatisten mit Kampfhubschraubern angreifen, militärisch die Oberhand zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund forderten die Führer der Separatisten am Freitag die Entsendung russischer „Friedenstruppen“. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte am Donnerstag freilich gesagt, die Situation sei noch nicht so, dass das nötig sei.

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