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Ukraine-Krise : Kiew „hilflos“ gegenüber Separatisten

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Siegestaumel: In Donezk haben prorussische Separatisten das Gebäude der Staatsanwaltschaft gestürmt. Bild: dpa

Im Osten der Ukraine übernehmen prorussische Separatisten in immer mehr Städten die Macht. In Donezk stürmten Angreifer das Gebäude der Staatsanwaltschaft. Die Regierung in Kiew gibt zu, dagegen hilflos zu sein - und führt die Wehrpflicht wieder ein.

          Im Osten der Ukraine haben moskautreue Milizen weitere Verwaltungsgebäude und kleinere Städte in ihre Hand gebracht. In Donezk stürmten rund 300 zum Teil maskierte Angreifer das Gebäude der Staatsanwaltschaft. Sie attackierten es mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Brandsätzen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Gummigeschosse und Blendgranaten ein, um die Menge zurückzudrängen. Sie wurden aber überrannt. Unter den Polizisten und Angreifern gab es mehrere Verletzte.

          Auf dem Dach des Gebäudes hissten Separatisten die Fahne der selbst ernannten Volksrepublik Donezk. Auf der Straße wurden ukrainische Staatssymbole verbrannt, darunter Uniformen. Die Situation war nach einem friedlichen Protestzug von rund 10.000 Demonstranten eskaliert. Die Menge forderte einen Anschluss der Ostukraine an Russland - nach dem Vorbild der Halbinsel Krim.

          Regierung: „Hilflos“ gegenüber Separatisten

          Unbehelligt von Sicherheitskräften hatten Separatisten zuvor auch die Gebietsverwaltung der Stadt Lugansk eingenommen. Auch in Gorlowka besetzten prorussische Demonstranten weitere Verwaltungsgebäude. Bereits am Mittwochabend hatten Bewaffnete die Kontrolle über die Städte Horliwka und Altschewsk in der Nähe der Provinzhauptstadt Luhansk übernommen, in der am Dienstag Regierungsgebäude besetzt wurden.

          Der ukrainische Übergangspräsident Oleksandr Turtschinow räumte ein, die Kontrolle über Teile des Landes im Osten verloren zu haben. Den Sicherheitskräften warf er Versagen vor. Sie seien „hilflos“ gegenüber den prorussischen Separatisten.

          Ukraine führt Wehrpflicht wieder ein

          Zugleich unterzeichnete Turtschinow ein Dekret, mit dem die vor einem Jahr abgeschaffte Wehrpflicht im Land mit sofortiger Wirkung wieder eingeführt wird. Demnach sind Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren wehrpflichtig. Schon am Mittwoch hatte die Regierung die Armee in „volle Kampfbereitschaft“ versetzt.

          Die Wiedereinführung der Wehrpflicht begründete die Übergangsregierung mit der „Verschlechterung der Sicherheitslage im Osten und Süden des Landes“. Weiter hieß es, die „immer mächtigeren bewaffneten prorussischen Einheiten sowie die Einnahme von Verwaltungs-, Armee- und Kommunikationsgebäuden in den Regionen Donezk und Lugansk“ hätten zu der Entscheidung geführt. Die Entwicklungen bedrohten die „territoriale Integrität“ der Ukraine.

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