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Wegen Ukraine-Krise : Deutsche Panzerhaubitzen für Litauen

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Die Panzerhaubitze 2000 ist seit 1998 in der Bundeswehr im Einsatz. Bild: dpa

Wegen der Ukraine-Krise rüsten die Länder im Baltikum massiv auf. Verteidigungsministerin von der Leyen verspricht Litauen nun die Lieferung von Panzerhaubitzen. Auch Transportpanzer will der Nachbar Russlands haben.

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          Deutschland unterstützt die Aufrüstung Litauens wegen der Ukraine-Krise mit zwölf Panzerhaubitzen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte der litauischen Regierung die Lieferung der schweren Artilleriegeschütze am Mittwoch bei ihrem Besuch Vilnius fest zu. Sie sollen aus den Beständen der Bundeswehr für etwa 15 Millionen Euro verkauft werden.

          Die Bundesregierung will auch die Lieferung von etwa 100 Transportpanzern aus Industriebeständen nach Litauen unterstützen. Ob diese aus Deutschland kommen werden, steht aber noch nicht fest. Im Gespräch ist der „Boxer“ der deutschen Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall.

          Litauen rüstet seine Streitkräfte derzeit massiv auf. Nach einer Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hat das größte baltische Land seine Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr um 50 Prozent erhöht. Das ist die höchste Wachstumsrate in der Europäischen Union und der Nato.

          Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und fühlt sich seit der russischen Annexion der Krim massiv von dem mächtigen Nachbarland bedroht.

          Die Bundeswehr hat die Panzerhaubitze 2000 mit einer Reichweite von etwa 35 Kilometern erstmals ab 2010 im Afghanistan-Krieg eingesetzt. 2011 beschloss das Verteidigungsministerium dennoch, die Stückzahl von 148 auf 81 zu reduzieren. Derzeit wird geprüft, ob die Obergrenze wegen der neuen Bedrohungslage korrigiert wird.

          Die Abgabe der zwölf Exemplare an Litauen ist dennoch gesichert. Die acht Meter langen und drei Meter breiten Artilleriegeschütze sollen mit Gefechtsständen und Fahrzeugen zur Unterstützung geliefert werden.

          Die Bundeswehr entsendet in diesem Jahr auch insgesamt 950 Soldaten zu Manövern und zu Ausbildungszwecken nach Litauen. „Wir möchten zur Nato-Präsenz hier in Litauen beitragen“, sagte von der Leyen. Es müsse eine „dauerhafte sichtbare Präsenz“ ermöglicht werden. Insgesamt sollen 5000 deutsche Soldaten an Manövern und Ausbildung in den östlichen Mitgliedstaaten der Nato teilnehmen.

          Der litauische Verteidigungsminister Juozas Olekas sagte, die deutsche Unterstützung sei „ein sehr wichtiger Faktor für die Gewährleistung unserer Sicherheit“.

          Vilnius war die letzte Station der zweitägigen Baltikum-Reise von der Leyens. Zuvor war sie in Estland und Lettland.

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