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Ukraine-Konflikt : Nato-Staaten planen neue Eingreiftruppe

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Derzeit sind in der Ukraine 15 Reaktoren an vier Standorten in Betrieb. Sie decken rund die Hälfte des Strombedarfs in dem Land ab. Die deutsche Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit beobachtet die Entwicklung dem Bericht zufolge und steht im Austausch mit den Behörden in der Ukraine. Es gebe aber zurzeit „keine Informationen, die Anlass zu konkreten Beunruhigungen geben“, erklärte die Gesellschaft.

„Hunderte russische Panzer in Ostukraine“

Unterdessen haben prorussische Separatisten in der Ostukraine Dutzende eingekesselte ukrainische Soldaten freigelassen. In Ilowaisk im umkämpften Gebiet Donezk seien die eingeschlossenen Einheiten über spezielle Korridore zu ihren Basislagern zurückgekehrt, teilte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow am Samstag in Kiew mit. Demnach gab es mehrere Stellen, an denen ukrainische Truppen von militanten Aufständischen umzingelt waren. Die Separatisten berichteten von Hunderten betroffenen Soldaten.

Der „Verteidigungsminister“ der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, Wladimir Kononow, betonte, dass nur unbewaffnete Kämpfer die Orte ungehindert verlassen könnten. Weil mehrere Uniformierte versucht hätten, sich mit Panzertechnik und Waffen aus ihrer ausweglosen Lage zu befreien, sei es zu neuen Kämpfen mit Toten und Verletzten gekommen.

Ein getarnter Panzer der prorussischen Separatisten in Nowoasowsk

Der Kommandeur des ukrainischen Bataillons Donbass, Semjon Semjontschenko, sagte, dass viele Soldaten in Gefangenschaft der Separatisten seien. Präsident Petro Poroschenko habe ihn darüber informiert, dass sie ausgetauscht würden gegen russische Soldaten, die in der Stadt Charkiw festgehalten würden. Kremlchef Wladimir Putin hatte behauptet, die russischen Militärangehörigen seien versehentlich über die Grenze auf ukrainisches Gebiet gelangt.

Dort sollen nach Angaben Poroschenkos auch hunderte russische Panzer sein. Diese seien zusammen mit den Separatisten auf dem Vormarsch. In dem Ort Nowoswitliwka hätten russische Panzer „praktisch jedes Haus zerstört“, sagte ein Militärsprecher am Samstag. Tausende ausländische Soldaten und Hunderte ausländische Panzer befänden sich mittlerweile in der Ukraine, sagte Poroschenko in Brüssel kurz vor Beginn eines Treffens mit europäischen Staats- und Regierungschefs. Der ukrainische Sicherheitsrat teilte über Twitter mit, Russland setze die „direkte militärische Aggression gegen die Ost-Ukraine“ fort. Die Regierung in Moskau hat Vorwürfe zurückgewiesen, ihre Soldaten seien in der Ukraine im Einsatz.

Abermals Kampfflugzeug abgeschossen

Das ukrainische Militär hat den neuerlichen Abschuss eines Kampfflugzeuges im umkämpften Osten des Landes bestätigt. Die Maschine vom Typ Su-25 sei am Vortag von einem „russischen Luftabwehrsystem“ getroffen worden, teilte der Generalstab am Samstag mit. Der Pilot konnte sich demnach per Schleudersitz retten. Angaben zum Ort des Absturzes machte der Generalstab nicht.

Zwei ukrainische Kampfflugzeuge vom Typ Su-25

Die Volkswehr der selbsternannten Republik Donezk verkündete sogar, sie habe vier Su-25-Erdkampfflugzeuge der ukrainischen Luftwaffe abgeschossen. „Die ersten zwei Maschinen wurden zerstört, als sie versuchten, einen Bombenangriff auf Positionen der Volkswehr im Raum der Siedlung Nowokaterinowka zu fliegen. Die anderen zwei wurden bei Woikowo im Raum von Charzyssk und bei Mereschki im Kreis Amwrossijewo abgeschossen“, hieß es. Der ukrainische Generalstab wies die Angaben zurück.

Bei einem Versuch der Nationalgarde, sich aus einem Kessel im Raum von Ossykowo des Kreises Starobeschewski freizukämpfen, zerstörte die Volkswehr nach eigenen Angaben bis zu 20 gepanzerte und konventionelle Fahrzeuge des Gegners.

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