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Ukraine-Konflikt : Kiew: Kampfjets von Russland aus abgeschossen

  • Aktualisiert am

Zwei ukrainische Kampfjets (Archivbild) Bild: dpa

Abermals sind zwei ukrainische Kampfflugzeuge nahe Donezk abgeschossen worden. Nach Angaben der Regierung in Kiew wurden sie von Raketen getroffen, die von russischem Territorium aus abgefeuert wurden.

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          Die Raketen, mit denen am Mittwoch über dem Osten der Ukraine zwei ukrainische Kampfflugzeuge abgeschossen wurden, sind nach Angaben der Regierung in Kiew von russischem Territorium aus abgefeuert worden. Die Raketen seien „nach vorläufigen Informationen von russischem Territorium aus abgeschossen“ worden, erklärte der Sicherheitsrat der Ukraine. Die Kampfflieger vom Typ Su-25 seien in einer Höhe von 5200 Metern unterwegs gewesen.

          Zuvor hatten ein ukrainischer Militärsprecher sowie die prorussischen Separatisten den Abschuss der Militärmaschinen bestätigt. Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte sagte, über das Schicksal der Piloten der beiden Suchoi-Maschinen sei derzeit noch nichts bekannt. Von den Separatisten verlautete, ein habe sich bei Sneschnoje per Schleudersitz gerettet, die zweite Maschine sei zunächst schwer getroffen Richtung Norden weitergeflogen.

          Bereits am Vortag habe die „Volkswehr“ zwei Suchoi-Jets abgeschossen, behauptete der Sprecher. Die Aufständischen benutzen dazu nach eigenen Angaben tragbare Raketenwerfer, die laut Experten aber nur für Treffer in niedrigen Flughöhen geeignet sind.

          Die Flugzeuge seien nahe der Stadt Snischne östlich von Donezk abgeschossen worden. Der Ort befindet sich im Oblast Donezk. Die ukrainischen Streitkräfte liefern sich im Osten des Landes seit Monaten Kämpfe mit prorussischen Separatisten.

          In Donezk sind die pro-russischen Separatisten nach Darstellung des ukrainischen Militärs derweil auf dem Rückzug. Die Aufständischen hätten in Scharen Stellungen in den Außenbezirken aufgegeben und sich in das Zentrum der Stadt zurückgezogen, erklärte das Militär. Einwohner der Stadt berichteten, Separatisten hätten vor der Universität in der Innenstadt Schützengräben ausgehoben. In den Studentenwohnheimen hätten zuletzt die Rebellen gelebt.

          Schwere Kämpfe wurden den zweiten Tag in Folge aus der Region Luhansk gemeldet, der zweiten noch von den Separatisten kontrollierten Stadt. In der Donezk-Region wurden seit Ausbruch der Kämpfe im Frühjahr nach Angaben von Mitarbeitern im Gesundheitswesen 432 Menschen getötet und 1015 verletzt.

          Die Aufständischen hatten in den vergangenen Wochen mehrfach ukrainische Militärflugzeuge, darunter auch Kampfflugzeuge, abgeschossen. Die Vereinigten Staaten haben die Separatisten beschuldigt, auch die Boeing der Malaysia Air mit einer Rakete zerstört zu haben.

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