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Ukraine : Innenministerium in Kiew will mit Radikalen kooperieren

  • -Aktualisiert am

„Sieg des Rechten Sektors“: Dmitrij Jarosch im Februar in Kiew Bild: dpa

Der „Rechte Sektor“ hat seine Drohung zurückgenommen, das ukrainische Militär nicht mehr gegen die Separatisten zu unterstützen. Die Regierung in Kiew trifft sich mit Vertretern der rechtsradikalen Gruppe - und vereinbart eine Zusammenarbeit.

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          Das ukrainische Innenministerium hat sich mit der rechtsradikalen Gruppe „Rechter Sektor“ offenbar über eine Zusammenarbeit verständigt. Der Berater des Innenministeriums Anton Geraschenko teilte am Montag im sozialen Netzwerk Facebook mit, Innenminister Arsen Awakow habe sich mit dem Sprecher der Bewegung Borislaw Berjosa getroffen. Dabei habe Awakow auf die Notwendigkeit einer Legalisierung der Aktivitäten des „Rechten Sektors“ hingewiesen. Bewaffnete Aktivisten der Bewegung beteiligen sich am Kampf gegen Separatisten im Osten des Landes, sind bisher aber nicht offiziell als Freiwilligenbataillon dem Innenministerium unterstellt.

          Zuvor hatte der Führer des „Rechten Sektors“ Dmitrij Jarosch ein Ultimatum zurückgezogen, das er dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko am Sonntag gestellt hatte. Seine Kämpfer blieben auf ihren Positionen an der Front, sagte Jarosch in einer am Sonntagabend veröffentlichten Videobotschaft. „Man hat uns mitgeteilt, dass unsere Blutsbrüder freigelassen wurden und die Frage Jewdokimows nun im Kabinett behandelt werde“, sagte Jarosch. Er bezeichnete dies als einen „kleinen Sieg“ für seine Bewegung. Jarosch hatte damit gedroht, seine Mitstreiter vom Kampf mit den Separatisten im Osten der Ukraine zurückziehen und binnen 48 Stunden einen „bewaffneten Marsch“ auf die Hauptstadt Kiew organisieren zu wollen.

          Der „Rechte Sektor“ wollte damit die Entlassung des stellvertretenden Innenministers Wladimir Jewdokimow erzwingen, den die Gruppe beschuldigt, illegal gegen ihre Aktivisten vorzugehen und aus dem Ministerium heraus eine „Konterrevolution“ zu führen. Zudem forderte Jarosch die Freilassung von Mitgliedern des „Rechten Sektors“, die in den vergangenen Tagen wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen worden waren. Jarosch teilte mit, er habe seinen Leuten nun verboten, Waffen und Kriegsgerät aus der Kampfzone auszuführen. Mitglieder der Gruppe waren unter anderem nahe Lemberg in der Westukraine mit Waffen aufgegriffen worden.

          Am Sonntag hatte Innenminister Awakow das Ultimatum Jaroschs als schädliche PR-Aktion kritisiert. Gleichzeitig teilte er mit, die Regierung beschäftige sich bereits mit Jewdokimows Entlassung.

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