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Ukraine in der Krise : Dem Oligarchen verpflichtet

Taktgeber: Rinat Achmetow gehört der Fußballclub Schatjor Donezk. Sein Einfluss in Kiew dürfte derzeit wieder steigen Bild: dpa

Rinat Achmetow unterstützt die Regierung in Kiew. Dabei hat sie das Ziel proklamiert, die Macht von Oligarchen zu brechen. Das deutet auf einen gefährlichen Handel hin.

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          Der Aufruf des Oligarchen Rinat Achmetow zum „Widerstand“ gegen die bewaffneten Separatisten in der Ostukraine kann die Lage dort zugunsten der ukrainischen Staatsmacht verändern. Doch möglicherweise gibt er auch der Richtung der künftigen ukrainischen Regierung einen neuen Kurs, weg von den angekündigten Reformen.

          Achmetow unterstützt mit seiner Aktion eine Regierung, die als eines ihrer wichtigsten Ziele proklamiert hat, die Macht von Männern wie ihm zu brechen. Er gehört zu den Schöpfern jenes auf Korruption basierenden Systems, gegen das sich die Euromajdan-Revolution richtete, in dem Politik und Geschäft bis zur Ununterscheidbarkeit miteinander verbunden sind und staatliche Institutionen vom Parlament über Stadtverwaltungen bis zu Gerichten wie Privateigentum behandelt werden.

          Daher drängt sich die Frage auf, ob Achmetow eine Gegenleistung erhalten hat – vielleicht die Garantie, dass seine Macht im Donbass nicht angetastet wird? Jedenfalls ist ihm die Regierung in Kiew nun verpflichtet. Das könnte der Anfang einer subtilen Konterrevolution sein.

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