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Ukraine : Amerika und Russland werfen sich Truppenaufmarsch vor

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Separatisten beziehen Stellung in der Nähe des Dorfs Shyrokino (Bild vom 15. April 2015). Bild: dpa

Anschuldigung trifft auf Anschuldigung: Moskau wirft Washington vor, amerikanische Soldaten ins Kriegsgebiet Donbass geschickt zu haben. Washington wiederum kritisiert einen zunehmenden Aufmarsch russischer Truppen an der Grenze.

          Nach der Ankunft von 300 amerikanischen Soldaten in der Ukraine werfen sich Washington und Moskau gegenseitig einen Truppenaufmarsch um das Kriegsgebiet Donbass im Osten der Ukraine vor. Amerikanische Soldaten seien unter anderem in den Städten Artjomiwsk, Sewerodonezk und Mariupol im Einsatz, sagte der russische Generalmajor Igor Konaschenkow der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag. Es müsse Besorgnis erregen, dass sich Amerikaner direkt im Konfliktgebiet aufhielten, sagte der Ministeriumssprecher.

          Zugleich wies Konaschenkow neue Vorwürfe der Vereinigten Staaten über eine Militärhilfe für die Separatisten zurück. Die Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums, Marie Harf, „überrascht mit ihrer Inkompetenz“, so Konaschenkow. Harf hatte in Washington gesagt, dass es wieder einen zunehmenden Aufmarsch russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine gebe. Russland habe dort mittlerweile die größte Präsenz seit Oktober aufgebaut, sagte sie. „Die kombinierten Kräfte der Russen und der Separatisten brechen weiter die Bedingungen der Minsker Vereinbarung“, betonte sie. In der weißrussischen Hauptstadt waren im Februar eine Waffenruhe und ein Friedensplan ausgehandelt worden.

          Die Aufständischen verfügten noch immer über viel Artillerie und zahlreiche Raketenwerfer in unerlaubten Gebieten. Das russische Militär habe zudem weitere Luftabwehrsysteme in die Ostukraine gebracht und viele davon näher an die Frontlinie verschoben, betonte Harf. Die Separatisten seien nicht zuletzt von den Russen eingehend trainiert worden. Dabei seien auch russische Drohnen eingesetzt worden.

          Russland wiederum hatte zuletzt mehrfach die Anwesenheit westlicher Militärausbilder in der Ukraine kritisiert und vor einer Destabilisierung der Lage gewarnt. Im Einsatz sind auch Dutzende britische Soldaten. Zudem erwartet die Ukraine 200 Kanadier. Die amerikanischen Soldaten hatten Anfang der Woche in der Westukraine im Raum Lwiw (Lemberg) mit der Ausbildung von Hunderten Soldaten begonnen. Ein Einsatz der westlichen Militärausbilder im Kriegsgebiet war nach offiziellen Angaben aber nicht vorgesehen.

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