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Eklat in Türkei : Erdogan verhindert Ehrung für amerikanischen Journalisten

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Kein Freund der freien Presse: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Bild: AP

Recep Tayyip Erdogan hat ein weiteres Mal bewiesen, wie wenig ihm an kritischer Berichterstattung gelegen ist. Dieses Mal traf der Zorn des türkischen Präsidenten einen amerikanischen Journalisten.

          Dem amerikanischen Journalisten Stephen Kinzer ist nach eigenen Angaben auf Anordnung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan die Ehrenbürgerschaft der Stadt Gaziantep verwehrt worden. Kinzer schrieb am Mittwoch im „Boston Globe“, er sei bereits in der
          südtürkischen Stadt gewesen, als die Ehrung auf persönliche Anordnung Erdogans kurz vor der Zeremonie verhindert wurde. In einem Fax aus Erdogans Büro sei er, Kinzer, als „Feind unserer Regierung und unseres Landes“ bezeichnet worden. Das Bürgermeisteramt in Gaziantep wollte auf Anfrage keine Auskunft zu dem Fall geben.

          Kinzer schrieb, Hintergrund sei ein von ihm verfasster kritischer Bericht über Erdogan im „Boston Globe“, der dem Fax beigelegen habe. Anlass für die geplante Ehrung sei Kinzers Berichterstattung in der „New York Times“ vor 15 Jahren gewesen, die zur Rettung römischer Mosaiken in Gaziantep beigetragen habe. Kinzer war damals Büroleiter der Zeitung in der Türkei.

          Auch die „New York Times“ ist in den vergangenen Tagen scharf von Erdogan angegriffen worden. Das Blatt hatte in einem Kommentar mit dem Titel „Dunkle Wolken über der Türkei“ Erdogan kritisiert. Der Präsident sagte am Dienstag an die Adresse der Zeitung: „Du solltest erstmal deine Grenzen kennen. Unterstehe dich. Seit wann legst du von Amerika aus Hand an der Türkei an?“

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