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Türkei : Erdogans kurzer Hebel

Hat auch keine Lust auf Flüchtlinge, die durch sein Land ziehen: Präsident Erdogan auf einem Fan-Schal eines Anhängers Bild: Reuters

In Berlin fürchtet man die Macht des türkischen Präsidenten. Doch wenn es um die Flüchtlinge geht, hat der türkische Präsident nicht so viel Möglichkeiten wie er glaubt.

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          Die Furcht geht um, dass es der türkische Präsident Erdogan in der Hand hat, mit einem Griff die Schleusen zu öffnen und Millionen Flüchtlinge Richtung Europa auf den Weg zu schicken. Dabei ist der Hebel, den Erdogan in der Hand hält, so groß nicht. Er könnte wohl jederzeit die drei Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei zu einer Weiterreise nach Europa ermuntern.

          Dagegen spricht aber, dass er die meist sunnitischen Syrer zu türkischen Staatsbürgern und damit zu Wählern machen will. So könnte er bei Wahlen langfristig seine absolute Mehrheit sichern. Auch beim umstrittenen Flüchtlings-Deal mit der EU ist die Gefahr womöglich nicht so dramatisch wie befürchtet.

          Das Abkommen hat seinen Zweck erfüllt: Das Signal ist bei den Flüchtlingen angekommen, dass die Türkei kein einfaches Transitland Richtung Europa mehr ist. Eine andere Politik könnte zwar eine neue Stimmung erzeugen. Aber auch die Türken wollen nicht weitere Flüchtlingstrecks durch ihr Land ziehen sehen. Andererseits produziert die Türkei mit der Repression und dem Krieg gegen die Kurden wohl bald selbst Flüchtlinge.

          Türkei : Erdogan wirft Westen Beihilfe zum Terrorismus vor

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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