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Islamismus : Plattform Türkei

Neu ist die Erkenntnis nicht, dass die Türkei zu einer „zentralen Aktionsplattform“ für Islamisten und terroristische Organisationen geworden ist. Neu ist allein, dass darüber gesprochen wird.

          Neu ist die Erkenntnis nicht, dass die Türkei zu einer „zentralen Aktionsplattform“ für Islamisten und terroristische Organisationen geworden ist. Neu ist allein, dass darüber gesprochen wird. Je mehr sich Europa und die Türkei in den vergangenen Jahren gegenseitig den Rücken zuwandten, desto mehr blickte die Türkei auf den Nahen Osten und die arabische Welt.

          Das wurde 2011 sichtbar, im Jahr der Massenproteste in vielen arabischen Ländern. Die Türkei sah sich als Fürsprecher der „arabischen Straße“, und Erdogan, der dem türkischen Ableger der Muslimbruderschaft entstammt, als Führer der arabischen Massen. Je heftiger die Muslimbrüder in Ägypten und am Golf verfolgt wurden, desto bereitwilliger fanden sie Aufnahme in der Türkei.

          Viele Araber blicken zu Erdogan auf als dem mächtigen Führer aus jenem Land, das bis 1924 Sitz des letzten Kalifen war. Dass diese Türkei der Komplizenschaft mit islamistischen Terrorgruppen bezichtigt wird, hat mit dem Krieg in Syrien zu tun. Bisher war Erdogan jedes Mittel recht, um Assad zu stürzen und seinen Einfluss auszudehnen.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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