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Taksim-Platz in Istanbul : Polizei setzt Protestverbot gewaltsam durch

Türkische Demonstranten fliehen vor den Wasserwerfern der Polizei. Bild: AFP

Mit Wasserwerfern und Tränengas ist die türkische Polizei in Istanbul gegen hunderte Demonstranten vorgegangen. Diese hatten versucht, am Donnerstag trotz Verbots auf den symbolträchtigen Taksim-Platz zu gelangen.

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          In Istanbul ist es vor allem in den Stadtvierteln um den zentralen Taksim-Platz im europäischen Teil der Metropole am 1. Mai wie befürchtet zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Sowohl Demonstranten als auch Sicherheitsbeamte wurden verletzt. Die Polizei setzte in einigen Gegenden, so im Stadtviertel Besiktas, Wasserwerfer und Unmengen von Tränengengas ein.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Einige Demonstranten bewarfen Polizisten mit Steinen oder Sprengkörpern. Schon am Vormittag streiften maskierte, mit Zwillen bewaffnete Männer scheinbar ziellos durch das am Taksim-Platz liegende Stadtviertel Cihangir, die Zusammenstöße waren absehbar. Die türkische Polizei hatte bereits am Vorabend in zahlreichen Straßen um den Taksim-Platz Absperrgitter aufgestellt, der Straßenverkehr wurde umgeleitet. Zahlreiche Geschäfte und Cafes blieben geschlossen – einige wegen des Maifeiertages, andere aus Furcht vor Ausschreitungen.

          Istanbul : Polizei geht mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor

          Die Stadtverwaltung hatte Demonstrationen auf dem Taksim-Platz mit der Begründung verboten, es bestünden Sicherheitsbedenken. Istanbuls Gouverneur Hüseyin Mutlu sprach von Geheimdienstinformationen, wonach „illegale Terrorgruppen“ Angriffe auf dem Platz planten. Ministerpräsident Erdogan hatte schon davor angekündigt, der türkische Staat werde Demonstrationen auf dem Taksim-Platz keineswegs zulassen.

          Um potentiellen Demonstranten und Gewalttätern den Weg ins Stadtzentrum zu erschweren, wurden am Donnerstag zeitweilig offenbar auch die Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs ausgedünnt. Bewohner der asiatischen Stadtteile berichteten von eingeschränkten Fährverkehr über den Bosporus. Die Behörden hatten den Organisatoren der geplanten Aufmärsche ein Versammlungsgelände außerhalb des Stadtzentrums angeboten.

          Ungebrochen populär

          Dies lehnten die Initiatoren, vornehmlich Gewerkschaften und linksradikale Splittergruppen, jedoch ab. Mehrere hundert Demonstranten versuchten am Donnerstag trotz der Absperrungen auf den Taksim-Platz zu gelangen. Dort und im angrenzenden Gezi-Park hatten Ende Mai 2013 die wochenlangen Proteste gegen die Regierung Erdogan begonnen, an denen zeitweilig mehrere hunderttausend Menschen teilnahmen.

          Die Polizei räumte den Taksim-Platz damals schließlich gewaltsam und ging zum Teil ohne Vorwarnung mit großer Brutalität gegen Demonstranten, aber auch Unbeteiligte vor. Erdogans Popularität schadete das nicht, seine Partei gewann die Kommunalwahlen im März deutlich.

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