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Fethullah Gülen : Bereit in die Türkei zurückzukehren

  • Aktualisiert am

Fethullah Gülen sagt, der türkische Präsident Erdogan hat den Putschversuch selbst inszeniert. Bild: AP

Der im Exil lebende türkische Prediger Fethullah Gülen hat den türkischen Präsidenten für den Putschversuch im Juli verantwortlich gemacht. Erdogan geht seitdem gegen Gülen-Anhänger vor, doch der Prediger würde zurückkehren.

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          Der islamischer Prediger Fethulla Gülen ist zu einer Rückkehr in die Türkei bereit, sollte Amerika dem Auslieferungsgesuch aus Ankara zustimmen, sagte er dem ZDF „heute-journal“. Sollte dieser Fall eintreten werde er seine restliche Tage von der türkische Regierung „gepeinigt“ in der Türkei verbringen.

          Bereit, die „schwerste Strafe auf mich zu nehmen“

          Er fügte hinzu, eine internationale Organisation solle die Sache untersuchen, doch habe die türkische Führung bisher nichts „Handfestes vorzuweisen“. Gülen sieht in dem Vorwurf, für den gescheitert Putsch vom 15. Juli in der Türkei verantwortlich zu sein, ein Mittel der türkischen Regierung, seine Bewegung zu schwächen. Würde auch nur „ein Zehntel der gegen mich erhobenen Vorwürfe bestätigt werden, verspreche ich, in die Türkei zurückzukehren und die schwerste Strafe auf mich zu nehmen“,  schrieb Gülen bereits Mitte August in einem Beitrag für die französische Zeitung „Le Monde“.

          Doch hat Gülen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zunächst selbst direkt für den Putschversuch verantwortlich gemacht. „In den vergangenen Tagen kamen so viele Beweise ans Licht, dass dies zur Gewissheit wird“, sagte Gülen in einem gemeinsamen Interview der dpa, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der spanischen Tageszeitung „El País“ in seinem Exil in den Vereinigten Staaten.

          Erdogan sei „von Macht vergiftet“

          Erdogan habe den Coup Jahre im voraus geplant. „Er hat nur auf die richtige Gelegenheit gewartet“, sagte Gülen, der seit 1999 im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania lebt. Der einstige Weggefährte Erdogans geht mit diesem nun hart ins Gericht: Erdogan sei „von Macht vergiftet“ und „schädlich für die Türkei.“ Zudem attestierte Gülen dem türkischen Präsidenten Paranoia: „Ich glaube, er zittert und schlottert vor Angst.“

          Bei dem gescheiterten Putsch hatte das türkische Militär in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli versucht, den türkischen Präsidenten Erdogan zu stürzen. Bei dem Putschversuch starben fast 300 Menschen und mehr als 2000 wurden verletzt. Die türkische Regierung nutzte den Putsch um hart gegen ihre Gegner und oppositionelle Gruppen vorzugehen.

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