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Türkei : Erdogan wirft Deutschland Unterstützung von Terroristen vor

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Der türkische Präsident hat Deutschland beschuldigt, die PKK zu unterstützen: Während die Bundesrepublik Videoschalten der Terrororganisation genehmige, dürfte er nicht zu seinen Anhängern in Deutschland sprechen.

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Deutschland bei einer Großkundgebung heftig attackiert. Er kritisierte, dass er sich bei der türkischen Kundgebung in Köln am Sonntag vor einer Woche nicht per Videoleinwand zuschalten durfte. „Wo ist die Demokratie?“, fragte er. Den deutschen Behörden warf er vor, bei einer früheren Veranstaltung in Köln eine Videoschalte der PKK zugelassen zu haben. „Sollen sie die Terroristen nur ernähren“ , sagte er. „Wie ein Bumerang wird es sie treffen.“

          Drei Wochen nach dem Putschversuch in der Türkei hat Erdogan abermals die Wiedereinführung der Todesstrafe in Aussicht gestellt. „Wenn es (das Volk) so eine Entscheidung trifft, dann, glaube ich, werden die politischen Parteien sich dieser Entscheidung fügen“, sagte er. „Ich sage es im Voraus, so eine Entscheidung vom Parlament würde ich ratifizieren.“

          Erdogan verwies abermals darauf, dass außerhalb der EU „die überwiegende Mehrheit“ der Länder die Todesstrafe habe. Die EU hat angekündigt, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen, sollte das Land die 2004 abgeschaffte Todesstrafe wieder einfügen.

          Die pro-kurdische HDP war nicht eingeladen

          Erdogan dankte bei der „Demokratie- und Märtyrer-Versammlung“ den anwesenden Oppositionsvertretern für ihre Teilnahme. Zu der Veranstaltung waren auf Einladung des Präsidenten auch Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu von der Mitte-Links-Partei CHP und der Chef der ultranationalistischen MHP, Devlet Bahceli, gekommen. Seit dem Putschversuch sucht Erdogan den Schulterschluss mit der CHP und der MHP. Nicht eingeladen zu der Kundgebung wurde die pro-kurdische HDP. Erdogan wirft der zweitgrößten Oppositionspartei im Parlament Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor.

          Hunderttausende Menschen demonstrieren in Istanbul gegen den Putsch vom 15. Juli.

          Ministerpräsident und AKP-Chef Binali Yildirim hatte Parteiflaggen untersagt, um eine Veranstaltung über Parteigrenzen hinweg zu ermöglichen. Auf Fernsehbildern war ein Meer an türkischen Flaggen zu sehen. Yildirim dankte Kilicdaroglu und Bahceli bei der Kundgebung für ihre Unterstützung während und nach des Putschversuches.

          Zugleich geht die Regierung hart gegen Anhänger des in den Vereinigten Staaten lebenden Predigers Fethullah Gülen vor, den Erdogan für den Umsturzversuch verantwortlich macht. Nach Regierungsangaben wurden mehr als 60.000 Staatsbedienstete suspendiert oder entlassen. Mehr als 13.000 Verdächtige sind in Untersuchungshaft.

          Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, an der Großkundgebung hätten rund fünf Millionen Menschen teilgenommen. Anwesende sprachen zwar ebenfalls von einer Millionenzahl, hielten fünf Millionen allerdings für übertrieben.

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