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Erdogan-Kritiker : Gülen: „Hexenjagd“ in der Türkei

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Der islamische Prediger Fethullah Gülen in seinem amerikanischen Exil in Pennsylvania. Bild: AFP

Der islamische Prediger Fethullah Gülen warnt vor einem Abdriften der Türkei. Unter der Herrschaft Erdogans sei das Land zu einem „Ein-Mann-Staat“ geworden. Andersdenkende würden gejagt.

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          Der im amerikanischen Exil lebende islamische Prediger Fethullah Gülen hat das Vorgehen der türkischen Behörden gegen Andersdenkende als „Hexenjagd“ gebrandmarkt. „Das bestehende politische System stempelt nicht nur Menschen als schädliche Elemente ab, die unsere Bewegung unterstützen, sondern fast alle, die nicht der Macht nahestehen oder Geschäfte mit ihr machen wollen“, sagte Gülen der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenendausgabe).

          Gülens „Hizmet“-Bewegung kämpfte früher vor allem gegen die Macht des Militärs in der Türkei. Inzwischen kämpfe seine Bewegung „gegen das Joch einer Partei“, sagte Gülen unter Hinweis auf die vom heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründete Regierungspartei AKP. Unter der Herrschaft Erdogans sei die Türkei zu einem „Parteienstaat und eigentlich sogar Ein-Mann-Staat“ geworden. Dadurch verliere die Türkei im Ausland „jeden Tag an Ansehen“.

          Erdogan wirft Gülens „Hizmet“-Bewegung vor, staatliche Institutionen unterwandert zu haben, um die Regierung zu stürzen. Auch hinter den vor einem Jahr aufgetauchten Korruptionsvorwürfen gegen seine Regierung sieht Erdogan die Gülen-Bewegung. Als Reaktion ließ Erdogan noch vor seinem Wechsel vom Amt des Ministerpräsidenten in das Amt des Staatschefs im August tausende mutmaßliche Gülen-Anhänger in Polizei und Justiz versetzen und Schulen der Gülen-Bewegung schließen. Gülen lebt seit Ende der 1990er Jahre in Amerika.

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