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Gewalt in der Türkei : Drei Tote nach Gefechten

  • Aktualisiert am

Türkische Militärfahrzeuge patrouillieren an der Grenze zu Syrien. Bild: dpa

Die Gewalt in der Türkei nimmt kein Ende. Zwei Mitglieder der PKK und ein Regierungssoldat sind bei Kämpfen ums Leben gekommen. Vor dem „Islamischen Staat“ soll jetzt eine Mauer schützen.

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          Bei Kämpfen zwischen kurdischen Extremisten und der Armee im Südosten der Türkei sind drei Menschen getötet worden. Ein Soldat kam in der Provinz Bingöl durch einen von Rebellen gezündeten Sprengsatz ums Leben, wie der Provinzgouverneur mitteilte.

          Bei der anschließenden Militäraktion seien zwei Kämpfer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet worden. In der Stadt Nusaybin an der Grenze zu Syrien eröffneten Sicherheitskreisen zufolge PKK-Angehörige das Feuer auf ein Polizeifahrzeug und verletzten zwei Beamte.

          In der Region hat die Gewalt im vergangenen Monat deutlich zugenommen. Die PKK greift Sicherheitskräfte an, die türkische Armee fliegt Angriffe auf vermutete PKK-Stellungen im Nordirak. Der Friedensprozess zwischen Regierung und PKK ist wegen des Gewaltausbruchs faktisch zum Stillstand gekommen. Im Juli nahmen die Sicherheitskräfte bei ihrem Vorgehen gegen kurdische und islamistische Extremisten rund 2000 Menschen fest. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, die Einsätze gegen die Extremisten würden fortgesetzt.

          Medienberichten zufolge baut die Türkei unterdessen an ihrer Grenze zu Syrien eine drei Meter hohe Betonmauer. Die mindestens sieben Kilometer lange Mauer werde im Bezirk Reyhanli in der Provinz Hatay gebaut, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Die Armee hebe auch Gräben direkt hinter der Mauer aus, die gegenüber der syrischen Stadt Atmeh gebaut werde. Die Grenzanlage solle gegen das Eindringen von Islamisten aus Syrien in die Türkei schützen.

          In der Gegend waren Bombenanschläge verübt worden, zudem leben in Hatay Tausende der insgesamt etwa 1,8 Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei. Im Mai 2013 hatte ein doppelter Autobomben-Anschlag in der Stadt Reyhanli 52 Menschen das Leben gekostet. Die Türkei hatte Gruppen mit Verbindungen zur syrischen Regierung verantwortlich gemacht, aber Damaskus wies jegliche Verwicklung zurück.

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          Der Türkei war auch über Monate vorgeworfen worden, die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu dulden oder sogar zu unterstützen. Nach einem Bombenanschlag mit 33 Toten auf ein prokurdisches Treffen in Suruc in der Türkei hatte Ankara aber angekündigt, verstärkt gegen den IS vorzugehen. Die türkische Armee flog vereinzelt Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien, zudem stoppten die türkischen Behörden in den vergangenen Monaten zahlreiche Islamisten und wiesen nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn 700 „ausländische Kämpfer“ aus.

          Nach Angaben von Anadolu wurden bisher insgesamt mehr als 360 Kilometer Gräben an der Grenze ausgehoben. Auf 70 Kilometer wurden demnach auch Erdwälle aufgeschüttet, um den Vormarsch der Dschihadisten zu stoppen. 145 Kilometer Stacheldraht wurden demnach erneuert.

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