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Türkei : Demirtas spricht von Mordplänen des IS gegen ihn

  • Aktualisiert am

Selahattin Demirtas bei einer Trauerfeier für die Opfer des Anschlags von Ankara. Bild: AP

Die kurdische Opposition in der Türkei fürchtet um das Leben von Selahattin Demirtas, des Vorsitzenden der pro-kurdischen Partei HDP. Es gebe Informationen, Terroristen des „Islamischen Staats“ seien mit diesem Ziel in die Türkei gekommen.

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          Der türkischen Opposition liegen offenbar Berichte vor, nach denen eine Gruppe von Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS) aus Syrien in die Türkei eingereist sein soll, um den Kurdenführer Selahattin Demirtas zu ermorden. Demirtas, einer der Vorsitzenden der „Demokratischen Partei der Völker“, sagte am Mittwoch, man habe entsprechende Warnungen der kurdischen Führung aus Nordsyrien an staatliche Stellen der Türkei weitergeleitet. „Wir versuchen, unsere eigenen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, aber sie schützen den IS mehr als uns“, behauptete Demirtas. Eine Stellungnahme der türkische Regierung lag zunächst nicht vor.

          Vier Tage nach dem Selbstmordattentat von Ankara, bei dem am Samstag fast 100 Personen umgekommen waren, verkündete die Regierung am Mittwoch die Entlassung des Polizeichefs der Hauptstadt. Auch der Leiter der Sicherheitsabteilung von Ankaras Polizei müsse gehen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der am Mittwoch am Tatort Blumen niederlegte, hatte zuvor mögliche Fehler staatlicher Stellen eingestanden: „Wir führen einen Staat und sind auch nur Menschen. Jeder von uns kann Fehler machen.“ Forderungen nach Rücktritten der Minister für Inneres und Justiz wies er aber zurück. Geheimdiensterkenntnisse deuteten darauf hin, dass der Anschlag „seine Wurzeln“ in Syrien habe, so Erdogan. Die beiden Selbstmordattentäter sollen Verbindungen zum IS gehabt haben. Einer sei ein Bruder des Mannes gewesen, der sich im Juli in der kurdisch dominierten Grenzstadt Suruc in die Luft sprengte und mehr als 30 Menschen mit in den Tod riss. Der andere sei aus Syrien in die Türkei zurückgekehrt, die Polizei habe das aber nicht interessiert, so der Vater eines der mutmaßlichen Täter.

          Die Türkei teilte derweil mit, man habe die Botschafter Moskaus und Washingtons einbestellt, um gegen die Unterstützung der syrischen Kurden im Kampf gegen den IS zu protestieren. Es seien „notwendige Warnungen“ ausgesprochen worden, so ein Sprecher des Außenministeriums. Der amtierende Regierungschef Ahmet Davutoglu nannte die amerikanisch-russische Hilfe für Syriens Kurden „inakzeptabel“.

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