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Bei Recherche zu Minenunglück : BBC-Journalistin in Türkei festgenommen

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Demonstranten im türkischen Ankara kritisieren die Festnahmen von Journalisten, Wissenschaftlern und Oppositionspolitikern. Bild: AP

Als sie festgenommen wurde, recherchierte die Journalistin Hatice Kamer in Kurdengebieten über ein Minenunglück. Wie ihr ergeht es in der Türkei derzeit vielen Kollegen.

          Im kurdisch geprägten Südosten der Türkei ist eine Journalistin festgenommen worden, die für das türkischsprachige Programm der britischen Sendergruppe BBC arbeitet. Hatice Kamer sei festgenommen worden, als sie über ein Unglück in einer Kupfermine in der Region Siirt berichtet habe, teilte BBC Türkce am Samstag auf seiner Website mit.

          Bei dem Minenunglück in der mehrheitlich von Kurden bewohnten Region waren mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, nach sechs Vermissten wird noch gesucht. Kamer habe versucht, mit Angehörigen der Bergleute in Kontakt zu treten, erklärte die BBC. Gründe für ihre Festnahme seien nicht mitgeteilt worden. Kamer ist laut BBC die Chefin einer Journalistenvereinigung im Südosten der Türkei.

          Zehntausende seit Putschversuch festgenommen

          Seit dem versuchten Militärputsch im Juli gehen die türkischen Behörden mit aller Härte gegen ihre mutmaßlichen Gegner vor. Das betrifft nicht nur mutmaßliche Anhänger des im Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen, den die Regierung in Ankara für den Putschversuch verantwortlich macht, sondern auch mutmaßliche Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

          Zehntausende Menschen insbesondere aus dem Bildungswesen, den Medien, den Streitkräften und der Justiz wurden festgenommen, zehntausende weitere aus dem Staatsdienst entlassen oder suspendiert. Nach Angaben von Journalistenvereinigungen schloss die türkische Regierung in den vergangenen Monaten bereits mehr als 150 Zeitungen, Radio- und Fernsehsender.

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