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Gewalt in der Türkei : Drei Soldaten und ein Polizist getötet

  • Aktualisiert am

Schon seit Tagen versucht die Armee in der kurdischen Provinz Diyarbakir für Sicherheit zu sorgen. Bild: AFP

Bei Anschlägen in der Türkei sind mindestens drei Soldaten und ein Polizist getötet worden. Die Armee und Medien machen die Kurden-Partei PKK für die Angriffe verantwortlich.

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          Im Südosten der Türkei sind am Donnerstag drei türkische Soldaten offenbar von Angreifern der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) erschossen worden. Nach Angaben der türkischen Armee wurde ein Militärkonvoi auf einer Straße im Bezirk Akcay in der Provinz Sirnak angegriffen, die an der Grenze zu Syrien und zum Irak liegt. Ein PKK-„Terrorist“ sei bei anschließenden Kämpfen getötet worden, hieß es weiter. Die Armee schickte Drohnen, Hubschrauber und Truppeneinheiten vor Ort.

          In der südosttürkischen Provinz Diyarbakir ist unterdessen bei einem Anschlag mindestens ein Polizist getötet worden. Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei PKK hätten im Bezirk Cinar auf den Beamten geschossen, berichtete die regierungsnahe Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, ein weiteres Opfer sei seinen Verletzungen erlegen. Die PKK bekannte sich zunächst nicht zu dem Anschlag. DHA berichtete weiter, in der osttürkischen Provinz Agri seien bei Gefechten zwischen Sicherheitskräften und der PKK zwei PKK-Kämpfer getötet worden.

          In der Türkei eskaliert seit einem Anschlag auf ein prokurdisches Treffen mit 32 Toten der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und den kurdischen Rebellen. Die PKK wies der türkischen Regierung eine Mitschuld für den Anschlag zu, für den Ankara die Extremistenorganisation „Islamischer Staat“ (IS) verantwortlich machte. Die PKK griff daraufhin türkische Polizisten an, die Regierung bombardiert nun PKK-Stellungen im Nordirak und in der Türkei.  Am Donnerstag meldete die Regierung zunächst keine weiteren Angriffe auf PKK-Stellungen. Der eskalierende Konflikt hat den mühsamen Friedensprozess zwischen der türkischen Regierung und der PKK vollends zum Erliegen gebracht.

          Die Bundesregierung warnt vor Anschlägen in der Türkei, insbesondere in der Metropole Istanbul. Nachdem das Auswärtige Amt bereits am Montag vor Terroranschlägen gewarnt hatte, verschärfte es die Reisewarnungen am Mittwoch erneut. „Darüber hinaus gibt es Hinweise auf mögliche Anschläge auf die U-Bahn und Bushaltestellen in Istanbul“, heißt es nun. Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz sprach von einer „gewissen Instabilität“ und der Gefahr, dass es zu einer Eskalation in der Türkei kommen könnte.

          Zuvor hatte das Tourismus-Ministerium in Ankara mitgeteilt, dass die Zahl der ausländischen Besucher im ersten Halbjahr um 2,25 Prozent auf 14,89 Millionen zurückgegangen sei. Neben Deutschland haben auch andere Staaten wie Amerika und Großbritannien ihre Reisehinweise für die Türkei seit Beginn der türkischen Militäraktionen gegen den IS und gegen Kurden in den vergangenen Tagen verschärft.

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