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Türkei : Russland wirft Erdogan persönliche IS-Verbindung vor

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Der türkische Präsident Recep Erdogan muss sich aus Russland schwere Vorwürfe anhören. Bild: AFP

Der türkische Präsident sei persönlich in Ölgeschäfte mit der Terrororganisation verwickelt, heißt es aus der russischen Regierung. Erdogan bezeichnet die Vorwürfe als Verleumdung.

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          Im Streit mit der Türkei hat die russische Regierung schwere Vorwürfe nachgelegt: Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan und dessen Familie seien in Ölgeschäfte mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verwickelt, sagte der russische Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow am Mittwoch in Moskau. Erdogan warf Moskau daraufhin „Verleumdung“ vor. Auch das amerikanische Außenministerium wies die russischen Darstellungen als falsch zurück.

          Es habe sich herausgestellt, dass die Türkei der „Hauptkonsument dieses von seinen rechtmäßigen Besitzern Syrien und Irak geklauten Erdöls“ sei, sagte Antonow vor 300 Journalisten. „Laut den verfügbaren Informationen ist die führende politische Klasse, darunter Präsident Erdogan und seine Familie, in diesen illegalen Handel verstrickt.“ Der „Zynismus der türkischen Regierung“ sei „grenzenlos“.

          Die Türkei habe Russland bereits wiederholt „vor der Gefahr gewarnt, mit dem Terrorismus zu flirten“, fuhr Antonow fort. Er verwies darauf, dass Erdogans Sohn Bilal eines der größten Energieunternehmen der Türkei leitet und sein Schwiegersohn, der Geschäftsmann Berat Albayark, Energieminister ist. „Was für ein wunderbares Familienunternehmen!“, fügte er hinzu. Der Handel mit Rohöl ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der IS-Dschihadisten.

          Erdogan reagierte erzürnt: „Niemand hat das Recht, die Türkei mit der Behauptung zu verleumden, sie kaufe Öl vom IS“, sagte er bei einem Besuch in Katar. Der amerikanische Außenamtssprecher Mark Toner sagte in Washington: „Wir sehen keinerlei Beweise für Vorwürfe, die Türkei mache beim Ölschmuggel mit dem IS gemeinsame Sache.“

          Schwere Vorwürfe : Putin wirft Türkei Ölgeschäfte mit „Islamischem Staat“ vor

          Anlass für den Streit zwischen Ankara und Moskau ist der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe am 24. November über dem syrischen Grenzgebiet. Moskau weist Ankaras Angaben zurück, wonach der im Kampf gegen Rebellen eingesetzte Bomber türkischen Luftraum verletzte. Die Maschine sei ausschließlich über syrisches Territorium geflogen. Außerdem seien die Piloten vor dem Abschuss nicht - wie von Ankara angegeben - mehrfach gewarnt worden.

          Seitdem ist das Verhältnis zwischen Moskau und Ankara äußerst gespannt. Erdogan kam Moskaus Forderung, sich für den Abschuss zu entschuldigen nicht nach, und äußerte lediglich sein Bedauern. Russland beschloss ein Bündel von Strafmaßnahmen gegen die Türkei, die zum neuen Jahr in Kraft treten sollen.

          Dessen ungeachtet teilte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch mit, er werde seinen türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu beim Ministerrat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) treffen. Dieser findet am Donnerstag und Freitag in der serbischen Hauptstadt Belgrad statt.

          AFP

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