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Tschechische Republik : Ein überfälliger Rücktritt

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Der tschechische Ministerpräsident Nečas ist nicht wegen seiner Ehekrise zurückgetreten, sondern wegen der fortdauernden Korruptionskrise seines Landes. Der Mann, der hier mit eisernem Besen kehrt, muss erst noch gefunden werden.

          Es wäre schön, könnte man die jüngste tschechische Regierungskrise einfach als Kollateralschaden einer gescheiterten Politiker-Ehe verbuchen. Manche Medien wollen wissen, dass der kontaktscheue Petr Nečas der magischen Anziehungskraft einer Büro-Hexe erlag, in deren Händen er hinschmolz wie Olmützer Quargel in der frühsommerlichen Hitze. Indes ließ die fatale Jana nicht nur die Ehefrau ihres Opfers vom militärischen Geheimdienst beschatten, sondern sedierte auch aufmuckende Gegner des Ministerpräsidenten in der ODS-Fraktion mit hochdotierten Jobs in staatsnahen Unternehmen.

          Über Schuld und Unschuld derer, die sich schon in U-Haft befinden, werden Gerichte entscheiden. Der Rücktritt des Ministerpräsidenten aber war überfällig, weil es ihm nicht gelang, die endemische Korruption einzudämmen. Leider gibt es weder im Lager der Regierung noch in der linken Opposition Politiker, die integer, mutig und stark genug wären, den eisernen Besen in die Hand zu nehmen. Nach dem Rücktritt der Regierung ist Präsident Zeman am Zug. Auf diese Gelegenheit hat er lange gewartet.

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