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Trotz Rückzugsversprechen : Tausende russische Soldaten an der Grenze zur Ukraine

Unterstützung ist nah: Ein prorussischer Separatist vor Slaviansk Bild: dpa

Drei Mal verkündete Wladimir Putin, er habe den Befehl zum Rückzug russischer Truppen erteilt. Mit den Kämpfen im Osten der Ukraine aber begründet Moskau nun, dass nach wie vor „einige tausend“ Soldaten an der Grenze zum Nachbarland versammelt sind.

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          Entgegen der mehrfachen Ankündigung von Präsident Wladimir Putin belässt Russland tausende Soldaten nahe der Grenze zur Ukraine. Der Plan, die Truppen abzuziehen, sei aufgrund der „Verschärfung“ der Antiterroroperation im Südosten der Ukraine geändert worden, zitierte das russische Nachrichtenportal RBK eine Quelle im Generalstab der Streitkräfte. „Einige tausend“ Soldaten und eine große Menge militärischen Geräts befänden sich weiterhin in dem Gebiet nahe der Grenze.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Offiziell bestätigten weder der Kreml noch das Verteidigungsministerium die Meldung. Putin hat insgesamt drei Mal verkündet, der Befehl zum Rückzug der Truppen in ihre Kasernen sei erteilt worden. Unter anderem begründete er dies am Dienstag vergangener Woche damit, „wohlwollende Bedingungen“ für die Präsidentenwahl in der Ukraine zu schaffen und „Spekulationen“ vermeiden zu wollen. Das russische  Verteidigungsministerium teilte vielfach mit, wie der Abzug der Truppen voranschreite.

          Die Nato, welche die Zahl der russischen Truppen an der Grenze auf rund 40.000 bezifferte, hatte auf die russischen Meldungen mit Skepsis reagiert und lediglich mitgeteilt, einige Hinweise auf einen Rückzug zu haben. Walerij Gerassimow, Generalstabschef der russischen Streitkräfte, hatte Ende voriger Woche geäußert, der Abzug der Soldaten werde zwanzig Tage dauern, womit er am 8. Juni abgeschlossen wäre, wohingegen der stellvertretende Verteidigungsminister Anatolij Antonow lediglich von einer Zeitspanne von „einigen Tagen“ gesprochen hatte.

          Außenminister Sergej Lawrow forderte Kiew am Donnerstag neuerlich auf, die „Strafoperation“ im Südosten der Ukraine zu beenden. Der Ton im russischen Staatssender „Rossija 24“ wurde im Vergleich zu den vergangenen Tagen wieder schärfer; so machte der Sender nun einen „territorialen Genozid“ im Südosten der Ukraine aus. Die „Ermächtigung“ Putins, Truppen in die Ukraine einzusetzen, war am 1. März mit der Notwendigkeit begründet worden, dort Russen zu „schützen“.

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