https://www.faz.net/-gq5-7puos

Trotz Rückzugsversprechen : Tausende russische Soldaten an der Grenze zur Ukraine

Unterstützung ist nah: Ein prorussischer Separatist vor Slaviansk Bild: dpa

Drei Mal verkündete Wladimir Putin, er habe den Befehl zum Rückzug russischer Truppen erteilt. Mit den Kämpfen im Osten der Ukraine aber begründet Moskau nun, dass nach wie vor „einige tausend“ Soldaten an der Grenze zum Nachbarland versammelt sind.

          1 Min.

          Entgegen der mehrfachen Ankündigung von Präsident Wladimir Putin belässt Russland tausende Soldaten nahe der Grenze zur Ukraine. Der Plan, die Truppen abzuziehen, sei aufgrund der „Verschärfung“ der Antiterroroperation im Südosten der Ukraine geändert worden, zitierte das russische Nachrichtenportal RBK eine Quelle im Generalstab der Streitkräfte. „Einige tausend“ Soldaten und eine große Menge militärischen Geräts befänden sich weiterhin in dem Gebiet nahe der Grenze.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Offiziell bestätigten weder der Kreml noch das Verteidigungsministerium die Meldung. Putin hat insgesamt drei Mal verkündet, der Befehl zum Rückzug der Truppen in ihre Kasernen sei erteilt worden. Unter anderem begründete er dies am Dienstag vergangener Woche damit, „wohlwollende Bedingungen“ für die Präsidentenwahl in der Ukraine zu schaffen und „Spekulationen“ vermeiden zu wollen. Das russische  Verteidigungsministerium teilte vielfach mit, wie der Abzug der Truppen voranschreite.

          Die Nato, welche die Zahl der russischen Truppen an der Grenze auf rund 40.000 bezifferte, hatte auf die russischen Meldungen mit Skepsis reagiert und lediglich mitgeteilt, einige Hinweise auf einen Rückzug zu haben. Walerij Gerassimow, Generalstabschef der russischen Streitkräfte, hatte Ende voriger Woche geäußert, der Abzug der Soldaten werde zwanzig Tage dauern, womit er am 8. Juni abgeschlossen wäre, wohingegen der stellvertretende Verteidigungsminister Anatolij Antonow lediglich von einer Zeitspanne von „einigen Tagen“ gesprochen hatte.

          Außenminister Sergej Lawrow forderte Kiew am Donnerstag neuerlich auf, die „Strafoperation“ im Südosten der Ukraine zu beenden. Der Ton im russischen Staatssender „Rossija 24“ wurde im Vergleich zu den vergangenen Tagen wieder schärfer; so machte der Sender nun einen „territorialen Genozid“ im Südosten der Ukraine aus. Die „Ermächtigung“ Putins, Truppen in die Ukraine einzusetzen, war am 1. März mit der Notwendigkeit begründet worden, dort Russen zu „schützen“.

          Weitere Themen

          „Wir werden nie wieder ein Lockdown machen“ Video-Seite öffnen

          Trumps Große Versprechen : „Wir werden nie wieder ein Lockdown machen“

          Der Bundesstaat Florida könnte für den Wahlausgang am 3. November eine wichtige Rolle spielen. In dem Bundesstaat gibt es große lateinamerikanische Bevölkerungsgruppen. Die kubanischen Amerikaner im Süden tendieren traditionell zu den Republikanern, die Puerto Ricaner in Zentralflorida eher zu den Demokraten.

          Deutschlands Labore sind am Limit

          Immer mehr Corona-Tests : Deutschlands Labore sind am Limit

          Die Labore in Deutschland werten immer mehr Corona-Tests aus und verdienen gut daran. Doch nun schlagen Laborärzte Alarm: Noch mehr Untersuchungen seien unmöglich. Muss die Teststrategie geändert werden?

          Topmeldungen

          Kapazitätserhöhung in Person: Vanessa Op te Roodt im Labor in Ingelheim

          Immer mehr Corona-Tests : Deutschlands Labore sind am Limit

          Die Labore in Deutschland werten immer mehr Corona-Tests aus und verdienen gut daran. Doch nun schlagen Laborärzte Alarm: Noch mehr Untersuchungen seien unmöglich. Muss die Teststrategie geändert werden?
          Der belgische Premierminister Alexander De Croo informiert die Bürger nach den Beratungen über verschärfte Corona-Maßnahmen am Freitagabend.

          Corona-Spitzenreiter : Belgien scheut den Lockdown

          Belgien hat die höchste Infektionsrate in Europa. Die Maßnahmen werden verschärft, aber einen Lockdown wird es vorerst nicht geben. Aus Sicht von Fachleuten ist das viel zu wenig.
          Der republikanische Senator Lindsey Graham spricht am 17. Oktober auf einer Wahlkampfkundgebung

          Senatswahl in Amerika : Die Angst der Republikaner

          Können die Demokraten Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat in ihre Hand bringen? Die Republikaner fürchten den Verlust ihrer Mehrheit, weil sogar einst sichere Sitze in Gefahr sind.
          Auch das Betteln von Schalkes Amine Harit bei Schiedsrichter Benjamin Brand halt nicht.

          1:1 gegen Stuttgart : Ein Handspiel verdirbt die Schalker Laune

          Nach 21 Bundesliga-Spielen ohne Sieg wollte Schalke endlich mal wieder drei Punkte einfahren. Gegen Stuttgart sieht es zunächst auch gut aus. Doch der VfB kommt noch zum Ausgleich, weil ein Schalker Pech hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.