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Konflikt in der Ukraine : Tote bei Kämpfen um Slawjansk

  • Aktualisiert am

Ukrainische Soldaten nehmen Stellungen rund um Slowjansk ein Bild: dpa

Im ostukrainischen Slawjansk löst die Armee Straßensperren der Separatisten mit Gewalt auf. Es soll mindestens fünf Tote gegeben haben. Die prorussischen Kämpfer wollen die besetzten Gebäude verteidigen.

          Die ukrainische Armee geht in der ostukrainischen Stadt Slawjansk mit Gewalt gegen Separatisten vor. Nach Angaben der ukrainischen Regierung wurden bei Kämpfen an einer Straßensperre mindestens fünf Separatisten getötet. Die Aufständischen machen jedoch abweichende Angaben über die Zahl der Opfer. Eine Sprecherin in Slawjansk sagte der F.A.Z., es habe einen Toten und einen Verletzten gegeben.

          Örtliche Medien berichteten von Schießereien an mehreren Orten in der Umgebung der Stadt, über der Hubschrauber der Streitkräfte kreisen sollen. Allerdings ist die Lage noch unübersichtlich. Auf lokalen Websites finden sich zum Teil widersprüchliche Berichte über das Geschehen. Eine Schießerei soll es auch an einer weiteren Straßensperre gegeben haben, bei der laut Berichten ukrainischer Medien mehrere Menschen getötet wurden. Angeblich bewegen sich gepanzerte Fahrzeuge von mehreren Seiten auf die Stadt zu. Andererseits berichteten mutmaßliche Augenzeugen in sozialen Netzwerken, die Sicherheitskräfte zögen sich nach einem Vorstoß auf die Stadt von Norden wieder zurück.

          Die ukrainischen Truppen rücken in gepanzerten Fahrzeugen an

          Die Separatisten haben nach eigenen Angaben alle unbewaffneten Personen aus dem von ihnen gehaltenen Rathaus gebracht. „Die bewaffneten Männer, welche die Verteidigung des Rathauses gewährleisten, bleiben auf ihrem Posten“, sagte ein Sprecher der Aufständischen. Die Armee versucht, mit dem Einsatz die Kontrolle über die Stadt wiederzuerlangen. Slawjansk wird seit Tagen von russlandtreuen Gruppen gehalten.

          Die F.A.Z.-Reporterin Ann-Dorit Boy berichtete telefonisch, im Zentrum von Slawjansk sei die Lage ruhig. Auf den Straßen seien auch Zivilisten unterwegs, obwohl die ukrainische Armee die Einwohner aufgefordert hatte, ihre Häuser nicht zu verlassen. Kämpfer sagten der F.A.Z., sie erwarteten den eigentlichen Sturm auf die Stadt für die Nacht auf Freitag.

          Auch in anderen Städten der Ostukraine kam es zu Kämpfen. Die staatlichen Sicherheitskräfte eroberten nach Angaben des Innenministeriums die Kontrolle über das Rathaus im südöstlichen Mariupol zurück. „Das Rathaus ist befreit“, schrieb der amtierende Minister Arsen Awakow auf Facebook. Das Rathaus war seit dem 13. April besetzt gewesen, kurz darauf wurden bei Kämpfen um das Gebäude drei Besetzer getötet. Die Gegenseite betätigte die Angaben. Später tauchten im Internet allerdings angeblich neue Bilder auf, die eine russische Flagge auf dem Gebäude zeigten.

          Die Ukraine, Russland, die Europäische Union und die Vereinigten Staaten hatten in der vergangenen Woche im schweizerischen Genf ein Abkommen ausgehandelt, das die „Entwaffnung illegaler bewaffneter Gruppen“ in der Ukraine sowie die Räumung besetzter Gebäude vorsieht. Neue Gewalt machte am Osterwochenende aber die Hoffnung auf eine schnelle Lösung des Konflikts zunichte. Am Mittwoch drohte Moskau indirekt mit einer Militäraktion im Nachbarland.

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