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Terror in Frankreich : Video von Amedy Coulibaly aufgetaucht

  • Aktualisiert am

Ein Screenshot aus dem von islamistischen Gruppen verbreiteten Video, das offenbar Amedy Coulibaly zeigt Bild: AFP

Offenbar von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ sind Filmaufnahmen ins Internet gestellt worden, die den Pariser Terroristen Amedy Coulibaly zeigen. Er schwört darin einen Treueeid auf den IS-Führer al Baghdadi.

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          Von einem der drei in Frankreich getöteten Terroristen ist ein postum zusammengestelltes Video im Internet aufgetaucht. Die Aufnahmen zeigten den Pariser Geiselnehmer Amedy Coulibaly und seien von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ ins Internet gestellt worden, teilte die Beobachtungsplattform Site am Sonntag mit. Coulibaly leistet darin IS-Anführer Abu Bakr al Baghdadi auf Arabisch einen Treueeid.

          Das rund sieben Minuten lange Video, das rasch wieder aus dem Internet entfernt wurde, wird von den Behörden auf seine Authentizität geprüft.

          In dem Video ist Coulibaly in ein traditionelles muslimisches Gewand gekleidet und vor einem großen weißen Tuch mit schwarzem Banner zu sehen. „Ich wende mich zuerst an den Kalifen der Muslime, Abu Bakr al-Bagdadi“, sagte er in Anspielung auf den Chef der in Syrien und im Irak aktiven IS-Miliz. „Ich habe den Treueeid auf den Kalifen seit der Ausrufung des Kalifats abgelegt“, fügte er hinzu. „Die Brüder unseres Teams haben Charlie Hebdo gemacht“, sagte er weiter. „Ich bin auch ein bisschen gegen die Polizei vorgegangen“, bekennt er, „damit die Wirkung größer ist“.

          Sein Handeln begründet der spätere Attentäter in einer der Aufnahmen in französischer Sprache mit den Angriffen der westlichen Koalition auf die Gebiete des „Islamischen Staates“. Dabei würden auch Zivilisten getötet. „Warum? Weil wir die Scharia anwenden?“, fragt Coulibaly in die Kamera. „Seid Ihr diejenigen die entscheiden, was auf der Erde passiert?“

          Wie bereits zuvor in einem Telefon-Interview mit einem Fernsehsender sagt der mutmaßliche Attentäter Coulibaly in dem Video, er habe seine Anschläge mit den „Charlie Hebdo“-Attentätern „abgestimmt“. In Text-Montagen in dem Video wird der Mann als Coulibaly vorgestellt, der die Polizistin erschossen und „den Angriff“ auf den jüdischen Supermarkt mit vier Toten ausgeführt habe.

          Wie die französische Staatsanwaltschaft am Sonntag mitteilte, verübte Coulibaly womöglich einen weiteren Anschlag. Sie stellte eine Verbindung zwischen Coulibaly und den Schüssen auf einen 32-jährigen Jogger am Mittwochabend im Großraum Paris her. Es habe einen Abgleich der am Ort des Angriffs auf den Jogger gefundenen Patronenhülsen mit der Tokarew-Pistole gegeben, die nach der Geiselnahme am Freitag in einem jüdischen Supermarkt in Paris entdeckt worden war, teilten die Ermittler mit. Ein 32-Jähriger war am Mittwochabend beim Joggen in Fontenay-aux-Roses südlich von Paris durch Schüsse lebensgefährlich verletzt worden.

          Coulibaly und die mutmaßlichen Angreifer auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris, die Brüder Chérif und Said Kouachi, wurden am Freitag bei Polizeieinsätzen erschossen.

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