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Kampf gegen den IS : Tausende Spanier protestieren gegen Militäreinsatz

  • Aktualisiert am

„Nicht in unserem Namen“: Tausende demonstrieren in Madrid gegen Krieg. Bild: AFP

In Madrid sind tausende Spanier auf die Straße gegangen um die militärische Beteiligung ihres Landes im Kampf gegen den IS zu verhindern: Die Terrorgruppe könne man auch nach den Pariser Anschläge nicht mit Bomben besiegen.

          Tausende Menschen haben am Samstag in Madrid gegen einen Militärschlag auf Stellungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien demonstriert. Mit Sprechchören und Plakaten protestierten die Menschen unter dem Motto „Nicht in unserem Namen“ (“No en nuestro nombre“) gegen Terrorismus, Islamfeindlichkeit und Kriege. Die Pariser Terroranschläge vom 13. November dürften nicht mit Militäreinsätzen vergolten werden

          Verschiedene Linksparteien, Opfervereinigungen, muslimische Gemeinden sowie die neuen linken Bürgermeister von Barcelona und Madrid hatten zu dem Protestmarsch in der spanischen Hauptstadt aufgerufen.

          „Die Einschränkung unserer Freiheiten, unserer Bürgerrechte sowie eine Bombardierung, unter der auch die syrische Zivilbevölkerung leidet, können nicht die Lösung im Kampf gegen den islamistischen Terror sein“, erklärte Teresa Rodriguez von der linken Protestpartei Podemos.

          Gewerkschaftsführer, bekannte Schauspieler, Schriftsteller und Vertreter von Terroropferverbänden nahmen an dem Marsch teil. In den vergangenen Wochen haben sie 30.000 Unterschriften gegen das militärische Vorgehen einer internationalen Allianz gegen die IS-Terrorgruppe gesammelt.

          Am 11. März 2004 hatten islamistische Terroristen in Madrid mehrere Anschläge auf Nahverkehrszüge verübt; dabei wurden 192 Menschen getötet und 1.400 teils schwer verletzt. Die Anschläge gelten als eine Vergeltung für Spaniens Beteiligung am Einmarsch im Irak. Ob sich Spanien aktiv an Angriffen auf IS-Stellungen in Syrien beteiligen oder Frankreich auf andere Weise beistehen wird, entscheidet sich erst nach den Parlamentswahlen am 20. Dezember.

          Am Donnerstag waren zahlreiche Parteien auf Einladung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy (PP) dem spanischen Antiterrorpakt beigetreten, den Rajoy zu Jahresbeginn mit dem sozialistischen Oppositionsführer Pedro Sanchez geschlossen hatte. Anlass war der islamistische Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Er sieht unter anderem strengere Strafen für Terroristen, die Finanzierung von Terrorzellen und die Verbreitung terroristischer Inhalte vor und verstärkt den Kampf gegen Einzelkämpfer.

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