https://www.faz.net/-gq5-7us6d

Kämpfe in Nordsyrien : Tausende Kurden demonstrieren gegen Gewalt in Kobane

  • Aktualisiert am

Kurdische Demonstranten im niederländischen Parlament in Den Haag Bild: dpa

Tausende Kurden in Deutschland haben gegen die Gewalt der Terrormiliz „Islamischer Staat“ demonstriert. In Brüssel drang eine Gruppe in das Europaparlament ein. In Bonn und Düsseldorf wurden kurzzeitig Rundfunkgebäude besetzt.

          1 Min.

          Mehrere Dutzend kurdische Demonstranten sind am Dienstagmorgen in das Europaparlament in Brüssel eingedrungen, um auf die Lage in der von der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) bedrängten Stadt Kobane in Syrien hinzuweisen. Die IS versucht derzeit, Kobane gegen den erbitterten Widerstand kurdischer Kämpfer unter ihre Kontrolle zu bringen.

          Etwa dreihundert Kurden demonstrierten vor dem Parlament mit Sprechchören, Fahnen und Plakaten. Parlamentspräsident Martin Schulz empfing schließlich eine Delegation der Demonstranten. Er habe ihnen „die Unterstützung des Europäischen Parlaments für die internationalen Anstrengungen zugesagt, IS zu stoppen“, hieß es. Die eingedrungenen Demonstranten verließen das Gebäude friedlich.

          Auch in anderen europäischen Städten machten seit Montagabend Kurden mit Protestaktionen und Besetzungen auf die Lage in Kobane aufmerksam.

          Im niederländischen Den Haag drang am Montagabend eine große Gruppe kurdischer Demonstranten in das Parlament ein. Nach einem Gespräch mit der Vorsitzenden der Zweiten Parlamentskammer, Anouchka van Miltenburg, verließen die Protestierer am frühen Morgen das Gebäude wieder, berichteten niederländische Medien am Dienstag. Im französischen Straßburg versammelten sich etwa 140 Kurden vor dem Sitz des Fernsehsenders France 3 Alsace.

          Am Flughafen der belgischen Hauptstadt Brüssel gab es ebenfalls eine Solidaritätsaktion von Kurden. Dort forderten Kurden ein entschlossenes Vorgehen der internationalen Gemeinschaft gegen den IS und humanitäre und militärische Hilfe für die Einwohner von Kobane.

          Auch in mehreren deutschen Städten gab es Proteste mit einigen tausend Teilnehmern. In Nordrhein-Westfalen versammelten sich laut Polizei insgesamt etwa 3000 friedliche Kurden. Rund 60 Aktivisten stürmten das Gebäude des deutschen Auslandssenders „Deutsche Welle“ in Bonn und übergaben den Verantwortlichen eine Resolution, wie der Sender in einem Online-Beitrag am Dienstag berichtete. In dem Schreiben forderten die Demonstranten Solidarität mit den Menschen im umkämpften Kobane. Außerdem verlangten sie „humanitäre Hilfe für die geflohenen Frauen und Kinder und langfristige Projekte, um Frauen, Mädchen und Kindern eine Überlebensperspektive zu bieten“.

          Die Demonstrationen blieben überwiegend friedlich. Bei einer Kundgebung am Dienstag in Düsseldorf waren auch Bilder des inhaftierten Führers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, zu sehen.

          Für den Dienstagabend und die kommende Woche sind weitere Demonstrationen in Berlin, Frankfurt, Stuttgart unter anderen deutschen Städten angekündigt worden.

          Weitere Themen

          Der eigensinnige Kriegsherr

          Libyens Rebellenführer Haftar : Der eigensinnige Kriegsherr

          Die Bemühungen um Frieden in Libyen kreisen vor allem um Chalifa Haftar. Er gilt als ausgesprochen stur - sogar seinen Förderer Putin stieß er vor den Kopf. Auf Betreiben der Vereinigten Arabischen Emirate?

          Topmeldungen

          Bundesliga im Liveticker : Setzt Dortmund ein Ausrufezeichen?

          Schalke besiegte Gladbach zum Auftakt der Rückrunde. Nun ist im Kampf um den Titel der BVB in Augsburg gefordert. Aber auch die vier anderen Partien versprechen Spannung. Verfolgen Sie die Spiele im Liveticker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.