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Syrien : Kein sauberer Ausweg

  • -Aktualisiert am

Wie weiter mit Baschar al Assad?: der syrische Diktator 2013 während eines Interviews in Damaskus Bild: dpa

So lange sich Moskau gegen einen Amtsverzicht Baschar al Assads sträubt, wird es für Syrien keine Lösung geben. Russland könnte dem Land und der Welt einen großen Gefallen tun.

          Das Problem in und um Syrien ist, dass niemand einen „sauberen“ Ausweg aus dem Bürgerkrieg benennen kann. Insofern ist es zwar richtig, ein – offenkundig von akuter Sorge um den Bestand des Regimes getriebenes – militärisches Eingreifen Russlands abzulehnen, wie es Amerika jetzt tut. Russland war von Anfang an Teil des Problems, und nichts spricht dafür, dass Präsident Putin durch verstärktes militärisches Engagement jetzt auf einmal zu einer Lösung beitragen könnte.

          Dies schon gar nicht, solange aus Moskauer Sicht ein Amtsverzicht Assads weiter nicht in Frage kommt. Aber es ist eben leider auch wahr, dass jede direkt oder indirekt beteiligte Macht vor allem ganz genau weiß, was man auf keinen Fall will. Konstruktive Vorschläge sind dagegen weiter nicht zu sehen. Offensichtlich glauben noch immer zu viele Konfliktparteien an die Möglichkeit eines militärischen Sieges der eigenen Seite.

          In der Zwischenzeit gehen das Sterben und als Folge das Flüchten weiter. Wer wollte dies den Menschen auch verdenken? Wenn Russland Assad Zuflucht gewährte, könnte es Syrien und der Welt einen Gefallen tun.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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