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Streit um Gibraltar : Ein Felsen

Spanien und Großbritannien streiten über Gibraltar. Die einen sind zu schikanösen Verkehrskontrollen übergegangen, die anderen entsenden Kriegsschiffe - eine einzige Posse.

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          Die Bewohner der Falkland-Inseln und die Leute in Gibraltar sind so britisch, britischer geht’s nicht. An der Zugehörigkeit zu Großbritannien wollen sie festhalten - und das haben sie in Referenden auch eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht. Weder Argentinien noch Spanien akzeptieren dieses Recht auf Selbstbestimmung.

          Im Falle Madrids, das zu schikanösen Verkehrskontrollen übergegangen ist, nachdem die Behörden des „Felsens“ ein künstliches Riff angelegt hatten, kann man nur sagen: Hat die Regierung Rajoy nichts Besseres zu tun, als ausgerechnet gemeinsam mit Argentinien, das erst kürzlich spanische Unternehmen enteignet hat, zum antikolonialen Kampf anzutreten?

          Aber vielleicht glaubt die Regierung, bedrängt wie sie im Moment ist, tatsächlich, nichts Besseres tun zu können. Dass jetzt auch noch britische Kriegsschiffe in die „Krisenregion“ unterwegs sind, macht die Auseinandersetzung vollends zu einer Posse fürs vaterländische Gemüt. Es wäre schön, wenn die europäischen Parteien zum Alltag zurückkehrten - und Spanien sich seiner nordafrikanischen Exklaven erinnerte.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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