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Unglück in Spanien : Bundeswehr setzt nach Absturz Testflüge des A400M aus

  • Aktualisiert am

Ein Wrackteil des abgestürzten Militärtransporters auf einem Feld in der Nähe des Flughafens von Sevilla. Bild: AFP

Bei Sevilla ist während eines Testflugs ein Airbus-Militärtransporter A400M abgestürzt. Mindestens drei Menschen sollen gestorben sein, zwei haben offenbar schwer verletzt überlebt. Die deutsche Luftwaffe will nun zunächst abwarten, bevor sie ein Flugzeug dieses Typs wieder starten lässt.

          In Spanien ist am Samstag ein militärisches Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M abgestürzt. Medienberichten zufolge sollen dabei mindestens drei Menschen gestorben sein. Zwei Besatzungsmitglieder hätten das Unglück schwer verletzt, teilten die Rettungsdienste mit. Die Opfer seien höchstwahrscheinlich alle spanische Mitarbeiter von Airbus, sagte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy.

          Den Berichten zufolge wurden die zwei Schwerverletzten in ein Krankenhaus gebracht. Einer der Verletzten musste künstlich beatmet werden, berichtete die Nachrichtenagentur Efe. Der andere Verletzte habe Knochenbrüche und Verbrennungen erlitten.

          Es war der erste Absturz eines Transporters dieses neuen Typs. Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Flughafens von Sevilla in Südspanien. Die Maschine sei „in einem unbewohnten Gebiet nördlich des Flughafens von Sevilla“ abgestürzt“, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte.

          Das Flugzeug war für das türkische Militär bestimmt. Das teilt der Hersteller Airbus Defense & Space am Samstag mit. Angaben zur Absturzursache machte das Unternehmen nicht. Der Pilot soll kurz vor dem Unglück noch einen Notruf abgesetzt haben.

          In Sevilla werden die Transportflugzeuge montiert, ehe sie an die Luftstreitkräfte eines Landes ausgeliefert werden. Die Maschine sei zu einem Testflug gestartet, hieß es. Sie stürzte unmittelbar nach dem Start ab und zerschellte auf dem Boden.

          Noch in der Testphase

          Das Flugzeug hatte sich noch in der Testphase befunden und war noch nicht ausgeliefert worden. Die Bundeswehr hatte die erste und bislang einzige A400M im vergangenen Dezember erhalten. Insgesamt hat Deutschland 53 Maschinen bestellt.

          Der A400M zählt zu den Pannen-Projekten der Bundeswehr. Die Entwicklung der Militärmaschine hatte sich um Jahre verzögert. Außerdem ist das Flugzeug teurer geworden als zunächst geplant. Ein Schutzsystem für Einsätze in gefährlichen Gebieten lässt noch auf sich warten.

          Rettungskräfte an der Unglücksstelle in der Nähe des Flughafens San Pablo bei Sevilla.

          Ein Sprecher der Luftwaffe sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir werden uns die Ursache für diesen Absturz ganz genau anschauen und kein Risiko für unser Personal eingehen.“ Der erste A400M sei momentan noch in der Einsatzprüfung durch die Luftwaffe.

          Wie „Spiegel Online“ berichtete, setzt die Luftwaffe die nächsten Testflüge nun so lange aus, bis Näheres zur Absturzursache in Spanien bekannt ist. Für diese Woche waren mehrere Flüge mit der Maschine geplant. Ein Termin für die geplante Lieferung weiterer Flugzeuge stehe bislang noch nicht fest.

          Der taktische Militärtransporter Airbus A400M „Grizzly“ soll die veralteten Transportmaschinen verschiedener Luftstreitkräfte ersetzen. Der erste Prototyp wurde Ende 2009 erprobt. Im Oktober 2013 stellte die französische Luftwaffe das erste Serienmodell in Dienst. Das propellergetriebene Flugzeug hat eine Gesamtlänge von 45 und eine Spannweite von 42,40 Metern. Bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 780 Stundenkilometern kommt die Maschine bei 20 Tonnen Nutzlast auf eine Reichweite von maximal 6390 Kilometern. Der A400M kann über längere Strecken im Tiefflug und zum Absetzen von Lasten oder Fallschirmspringern eingesetzt werden.

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