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Srebrenica : Serbischer Ministerpräsident nimmt an Gedenkveranstaltung teil

  • Aktualisiert am

Der serbische Premierminister Aleksandar Vucic Bild: dpa

Aleksandar Vucic nimmt an der Zeremonie zum 20. Jahrestag des Massakers von Srebrenica teil. Doch seine Regierung wehrt sich mit Russland gegen eine Resolution der UN, die das Verbrechen als „Völkermord“ bezeichnet.

          Als Geste der Aussöhnung will der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic an der Gedenkzeremonie zum 20. Jahrestags des Massakers in Srebrenica in der bosnischen Stadt teilnehmen. „Die serbische Regierung hat heute Abend entschieden, dass ich Serbien am 11. Juli in Srebrenica vertrete“, sagte Vucic am Dienstagabend in Belgrad vor Journalisten. „Es ist Zeit zu zeigen, dass wir bereit zur Aussöhnung sind, dass wir bereit sind, uns vor den Opfern zu verneigen“, begründete der Regierungschef die Entscheidung.

          Am 11. Juli wird der 20. Jahrestag des Massakers begangen. 1995 waren im Bosnien-Krieg bosnisch-serbische Milizen in die damalige Schutzzone Srebrenica der Vereinten Nationen einmarschiert und hatten an den leichtbewaffneten niederländischen Blauhelmsoldaten vorbei rund 8000 Muslime - vorwiegend Männer und Jungen - verschleppt und getötet.

          Serbien wehrt sich gegen „Völkermord“

          Das Massaker von Srebrenica gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg und wurde vom UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag als Völkermord eingestuft. Führende bosnische Serben leugnen dies jedoch.

          Der UN-Sicherheitsrat hat eine geplante Abstimmung über eine umstrittene Srebrenica-Resolution vorerst verschoben. Über das von Großbritannien eingebrachte Papier, das das Massaker als Völkermord bezeichnet, hatte eigentlich am Dienstag entschieden werden sollen. Nachdem Russland sein Veto angekündigt hatte, wurde die Abstimmung aber auf Mittwoch verschoben. „Die Vertagung soll so viel Einheit wie möglich für die Resolution bringen, und ich hoffe, wir werden das morgen sehen“, sagte Neuseelands UN-Botschafter und derzeitiger Ratsvorsitzender Gerard van Bohemen.

          Zuvor hatte Serbien scharfen Protest gegen die Resolution eingelegt und sich sogar an die britische Königin Elizabeth II. gewandt. „Mit dieser Resolution wird nur das serbische Volk verurteilt“, hieß es in einem Brief an die Monarchin. Serbiens Verbündeter Russland hat bereits eine eigene Version der Resolution präsentiert, in der das Wort Völkermord nicht vorkommt.

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