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Krieg in der Ukraine : Separatisten melden Einnahme von Debalzewe

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Dem hingegen sagte Igor Plotnizkij, der „Präsident“ der Luhansker „Volksrepublik“, die Streitkräfte hätten schon am Montag mit dem Abzug der schweren Waffen begonnen. „Faktisch haben wir schon gestern Abend mit dem Abzug begonnen“, sagte Plotnizkij der Agentur Tass zufolge.

Bild: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonierte am Montagabend mit den Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, um auf eine Umsetzung der Vereinbarungen von Minsk zu drängen. Im strategisch wichtigen Debalzewe werde die seit Sonntag gültige Waffenruhe nicht umfassend befolgt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert zum Inhalt der Konferenzschaltung mit. Die Gesprächspartner hätten daher konkrete Schritte vereinbart, um eine Beobachtung der Lage durch die OSZE zu ermöglichen. Merkel und Poroschenko appellierten den Angaben nach zudem in dem Telefonat am Montag an Putin, seinen Einfluss auf die Separatisten geltend zu machen, damit diese das Feuer einstellten. Ferner solle ab Dienstag wie vereinbart mit dem Rückzug schwerer Waffen begonnen werden.

Heftige Kämpfe

Auch die Vereinigten Staaten zeigten sich besorgt über die ungeachtet des vereinbarten Waffenstillstands aufgeflammten Kämpfe nahe der ostukrainischen Stadt Debalzewe. Es gebe Berichte über eine neue Kolonne mit russischen Militärgütern, die auf dem Weg in die Region sei, erklärte das amerikanische Außenministerium in der Nacht auf Dienstag. „Russland und die Separatisten, die es unterstützt“ müssten sämtliche Angriffe umgehend einstellen, sagte Außenamtssprecherin Jen Psaki. Dieses aggressive Verhalten durch bedrohe den vereinbarten Waffenstillstand.

Das Außenministerium forderte die Konfliktparteien ferner auf, mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu kooperieren und die Vereinbarungen der Waffenruhe „vollständig umzusetzen“. Die Vereinigten Staaten seien „zutiefst beunruhigt“ angesichts der Lage vor allem in und um die Stadt Debalzewe.

Ukraine-Konflikt : Granate trifft Pipeline bei Debalzewe

Der in der vergangenen Woche in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbarte Waffenstillstand ist derzeit äußerst fragil. Besonders um den Verkehrsknotenpunkt Debalzewe, wo vermutlich Tausende ukrainische Soldaten eingekesselt sind, toben heftige Gefechte. In der Nacht auf Dienstag sollte eigentlich auch der Abzug schwerer Waffen von der Front beginnen. Die ukrainischen Streitkräfte lehnten am Montagmittag einen Abzug ihrer Artillerie aus den umkämpften Gebieten jedoch ab und begründete dies mit einem Bruch der Waffenruhe durch die Rebellen. Die Separatisten kündigten daraufhin an, ihre schweren Waffen nur abzuziehen, wenn Kiew gleichzeitig damit beginne.

Zuvor hatten sich auch schon Deutschland und Frankreich über die anhaltenden Kämpfe in der Ukraine besorgt geäußert. Wie auch Washington fordern sie,  den OSZE-Beobachtern den vereinbarten freien Zugang zu Debalzewe zu ermöglichen. Bislang kann das OSZE-Team, das die Einhaltung der Waffenruhe überwachen soll, wegen der anhaltenden Gewalt nicht nach Debalzewe vordringen.

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