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Russlands Präsident : Putin würde Assad aufnehmen

  • Aktualisiert am

Wladimir Putin bei dem Interview mit der „Bild“-Zeitung. Bild: Reuters

Russlands Präsident Putin wäre bereit, Assad Asyl zu gewähren - sofern Syriens Machthaber sein Land verlassen müsse. In einem Interview sagte Putin, eine Asylregelung für Assad wäre leichter als im Fall Snowden. Gleichzeitig verteidigte er die Luftangriffe in Syrien.

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          Wladimir Putin würde den syrischen Machthaber Baschar al-Assad in Russland Asyl gewähren. Das sagte der russische Präsident in einem Interview der „Bild“-Zeitung. „Es war sicherlich schwieriger Herrn Snowden Asyl in Russland zu gewähren, als es im Fall von Assad wäre“, so Putin. Noch sei die Zeit dafür aber nicht reif. Erst einmal müsse die syrische Bevölkerung in einer Wahl über ihr Staatsoberhaupt entscheiden, Assad müsste die Wahl verlieren und dann auch das Land verlassen müssen.

          Im Syrien-Konflikt hat Putin Vorwürfe als Lüge bezeichnet, russische Luftangriffe würden auch moderate Gegner von Assad treffen. „Die vermeintlichen Videobeweise für diese Behauptung sind entstanden, noch bevor die russischen Streitkräfte ihren Einsatz überhaupt begonnen hatten“, sagte Putin. „Das können wir beweisen, auch wenn es unsere Kritiker nicht wahrhaben wollen.“

          Die russische Luftwaffe unterstützt seit Ende September die syrische Armee. Nach Putins Darstellung nehmen die Kampfjets dabei die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und mit ihr verbündete Gruppen unter Beschuss. Syrische Aktivisten und die Vereinigten Staaten bezweifeln dies. Die Lage in Syrien sei „zugegeben, ziemlich kompliziert“, so Putin.

          Kein Anspruch auf Weltmachtstatus

          Mit Blick auf zahlreiche zivile Opfer in dem Bürgerkrieg gab Putin zu, dass der syrische Präsident Assad viele Fehler im Laufe dieses Konfliktes gemacht habe. Russland ist einer der engsten Partner der Führung in Damaskus. Zugleich machte Putin Kräfte aus dem Ausland verantwortlich, mit Waffen, Geld und Kämpfern den Konflikt befeuert zu haben. Moskau versorgt Damaskus seinerseits seit Jahrzehnten mit Waffen.

          Putin bekräftigte in dem Gespräch, das er mit „Bild“ im südrussischen Schwarzmeerkurort Sotschi geführt hat, seine Unterstützung für Assad. „Das soll aber nicht bedeuten, dass alles beim Alten bleiben kann“, betonte er. Es müssten eine Verfassungsreform und vorgezogene Präsidentenwahlen folgen, bekräftigte der russische Staatschef.

          Durch ihr militärisches Engagement im Syrien-Konflikt hat sich die Atommacht Russland trotz harscher Kritik aus dem Westen wieder als zentraler Verhandlungspartner ins Spiel gebracht. Eine Rolle als Supermacht strebe er für den größten Flächenstaat der Erde aber nicht an, erklärte Putin. „Das ist viel zu teuer und unnötig.“ Die Äußerung des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, wonach Russland nur noch eine Regionalmacht sei, habe er „nicht ernst genommen“, versicherte Putin. Er widersprach damit Einschätzungen, wonach er die Äußerung Obamas als Kränkung empfunden habe.

          Zusammenarbeit mit Nato verstärken

          Zugleich lehnte der Kremlchef den Begriff „Regionalmacht“ vehement ab. Russland liege teils in Europa, grenze im arktischen Ozean an Kanada und sei im Osten Nachbar der Vereinigten Staaten und Japans. „Wer die Bedeutung Russlands in der Welt trotzdem herabsetzen will, der will in Wahrheit nur sich und sein eigenes Land erhöhen. Das ist ein Fehler.“

          Die Zusammenarbeit mit der Nato will der russische Präsident in Zukunft wieder verstärken. „Russland würde gern wieder mit der Nato zusammenarbeiten, Gründe und Gelegenheiten gäbe es genug“, sagte Putin der „Bild“. Aber es sei wie im richtigen Leben: „Eine glückliche Liebe ist nur eine, die erwidert wird. Wenn man nicht mit uns zusammenarbeiten will, na bitte, dann eben nicht.“ Der russische Präsident betonte auch seine Bereitschaft, wieder an G-8-Treffen teilzunehmen. Die Treffen „waren alles in allem durchaus nützlich, denn es ist immer gut, alternative Meinungen auszutauschen und Russland zuzuhören“. Die G7-Staaten hatten die Teilnahme Russlands an den Treffen ausgesetzt, nachdem es wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im Frühjahr 2014 zu starken Spannungen gekommen war.

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