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Russland : Kreml-Astrologie

Wladimir Putin hat einen engen Vertrauten entlassen. Die halbe Welt rätselt nun, warum.

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          Es ist wie in den alten Zeiten der Kreml-Astrologie: In der Moskauer Führung gibt es eine personelle Veränderung, und die halbe Welt rätselt über Motive und Bedeutung.

          Am Freitag wurde in dürren Zeilen mitgeteilt, dass Präsident Putin den Leiter der Präsidialverwaltung entlassen hat, natürlich auf dessen eigenen Wunsch.

          Musste Sergej Iwanow, der zum engsten Zirkel der Macht in Moskau gehört(e), gehen, weil Putin den vor einiger Zeit eingeleiteten Generationenwechsel fortsetzen wollte? Weil er mit ihm unzufrieden war? Weil er mit der Degradierung des früheren Verteidigungsministers ein Zeichen setzten wollte? An wen, warum?

          Es fällt auf, dass die Öffentlichkeit von der Personalie am Ende einer Woche erfuhr, in der der russische Präsident mehrere Konfliktfelder bespielte: Er empfing einen zu Kreuze kriechenden Erdogan; er drehte im Konflikt mit der Ukraine an der Spannungsschraube und nannte weitere Gespräche dunkel „sinnlos“; in Syrien sprengten Rebellen trotz russischer Intervention den Belagerungsring um Aleppo. Eine durchwachsene Bilanz. Wer weiß, was Putin noch vorhat.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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