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Rund 300 Festnahmen : Randale bei Massendemo gegen „Ehe für alle“ in Paris

  • Aktualisiert am

Randalierer stehen in einer Wolke aus Tränengas. Bild: REUTERS

Bei Zusammenstößen mit der Polizei nach einer Großdemonstration gegen die „Ehe für alle“ sind in Paris knapp 300 Personen festgenommen worden. 36 Personen wurden verletzt.

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          Bei schweren Ausschreitungen nach einer Großdemonstration gegen die Homo-Ehe sind in Paris 293 Menschen festgenommen worden. 36 Menschen sind leicht verletzt worden. Bei den Verletzten handele es sich um 34 Polizisten, einen Demonstranten und einen Journalisten, sagte Frankreichs Innenminister Manuel Valls am Montag im Fernsehsender Canal+.

          Wie die Polizei nach Berichten der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, gab es die meisten Festnahmen am späten Sonntagabend nach der Auflösung einer Kundgebung nahe dem Invalidendom im Zentrum der Stadt, wo sich Gegner der rechtlichen Gleichstellung homosexueller Paare stundenlange Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert hatten. Am kommenden Mittwoch soll Frankreichs erste Ehe homosexueller Partner in Montpellier geschlossen werden. Dort wollen zwei Männer heiraten.

          In der Nähe des Invalidendoms in Paris zündeten einige Randalierer Feuerwerkskörper. Bilderstrecke

          Nach Polizeiangaben hatten am Sonntag in Paris rund 150.000 Menschen überwiegend friedlich gegen das vor einer Woche in Kraft getretene Gesetz für gleichgeschlechtliche Partnerschaften protestiert. Die Veranstalter sprachen von einer Million Teilnehmern. Am Rande gab es bereits erste Zwischenfälle, als Rechtsradikale auf das Eingangstor der sozialistischen Partei kletterten und den Rücktritt von Präsident François Hollande forderten.

          Gegen ein „illegitimes Gesetz“

          Nach Auflösung der Kundgebung am Invalidendom kam es dann am Abend zu heftigen Zusammenstößen von mehreren hundert Jugendlichen mit der Polizei. Protestler, einige von ihnen vermummt, warfen Flaschen gegen Polizeiabsperrungen, zündeten Rauchbomben und Knallkörper. Innenminister Valls machte rechtsextreme Gruppen für die Gewalt verantwortlich. Bereits in den vergangenen Monaten waren zahlreiche Rechtsextreme bei den Demonstrationen gegen die Homoehe mitgelaufen und hatten anschließend randaliert. Über das gesamte Wochenende wurden 350 Menschen festgenommen.

          Die Gegner der Homo-Ehe wollen erreichen, dass das umstrittene Gesetz zurückgenommen wird. „Es gibt ungerechte und illegitime Gesetze, wir setzen uns weiter dafür ein, dass die natürliche Ordnung wiederhergestellt wird“, sagte ein Demonstrant. Zu der Demonstration aufgerufen hatten Gegner des Gesetzes wie die Organisation „La Manif Pour Tous“ und das den katholischen Traditionalisten nahestehende Institut „Civitas“.

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