https://www.faz.net/-gq5-7kzpw

Rüstungsgeschäfte mit Athen : Griechische Justiz inhaftiert ehemaligen KMW-Mitarbeiter

  • Aktualisiert am

Die Panzerhaubitze 2000 gilt als hervorragendes Waffensystem. Die Bundeswehr nutzte sie erstmals in Afghanistan (Foto: 2010 in Kunduz) Bild: dpa

Athens Staatsanwaltschaft hat einen Unternehmer inhaftiert. Dimitrios Papachristou soll einen Beamten bestochen haben, damit Griechenland Panzerhaubitzen der deutschen Waffenschmiede KMW kauft.

          In der griechischen Affäre um Millionen-Schmiergelder von Rüstungskonzernen ist der Unternehmer Dimitrios Papachristou nach einer mehrstündigen Aussage inhaftiert worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft von Athen am Freitag mit.

          Der ehemalige Mitarbeiter des deutschen Waffenbauers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) soll den früheren Vizeleiter des Direktorats für Rüstungsbeschaffungen, Antonis Kantas, mit 750.000 Euro bestochen haben. Kantas sollte für diese Summe keine Schwierigkeiten machen beim Kauf von 24 Panzerhaubitzen 2000 durch die griechische Armee. Dies hatte Kantas vergangene Woche gestanden.

          Bereits am Donnerstag hatte der ehemalige Vertreter von Atlas Eletronik in Athen, Panos Efstathiou, der Staatsanwaltschaft die Bestechung von zwei früheren Mitgliedern des Generalstabes gestanden. Efstathiou (83) wurde am Freitag gegen 500.000 Euro Kaution unter der Bedingung, im Land zu bleiben, bis zum Prozess auf freien Fuß gesetzt. In den kommenden Tagen sollen weitere Funktionäre aussagen. Der ehemalige griechische Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos wurde bereits wegen passiver Bestechung und Geldwäsche beim Kauf von Waffen und U-Booten zu 20 Jahren Haft verurteilt.

          Auch andere Unternehmen aus Deutschland, Schweden und Russland sollen in der Affäre verwickelt sein. In den vergangenen Tagen hatte Kantas gestanden, Schmiergelder auch für den Kauf von 170 Leopard-2-Panzern durch Athen kassiert zu haben. Vor der Staatsanwaltschaft räumte Antonis Kantas ein, ungefähr acht Millionen Euro Bestechungsgeld erhalten zu haben. Davon seien rund 3,2 Millionen Euro aus Deutschland gekommen. Kantas Rechtsanwalt erklärte am Freitagabend, sein Mandant werde alle Schmiergelder zurückzahlen.

          In Deutschland hatte zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Ihr gegenüber bestritt Krauss-Maffei Wegmann, für das Panzergeschäft Schmiergeld gezahlt zu haben. Der Kaufvertrag datiere vom 20. März 2003, Griechenland sei dabei nicht von Kantas vertreten worden.

          Weitere Themen

          Ist „Artikel 13“ schon Zensur? Video-Seite öffnen

          Proteste gegen Uploadfilter : Ist „Artikel 13“ schon Zensur?

          In ganz Deutschland haben Demonstranten gegen geplante Reformen beim Urheberrecht demonstriert. Das Europaparlament will in der kommenden Woche über „Artikel 13“ abstimmen – er könnte insbesondere die Arbeit von Youtubern erheblich einschränken.

          Was Sie zur Europawahl wissen müssen Video-Seite öffnen

          Der Countdown läuft : Was Sie zur Europawahl wissen müssen

          Die meisten EU-Länder wählen am 26. Mai ihre Abgeordneten im Europaparlament. Zur Wahl aufgerufen sind fast 400 Millionen EU-Bürger. Sie bestimmen 705 Parlamentarier, deren Mandat fünf Jahre andauert.

          Topmeldungen

          Boeing in der Krise : Aus Konkurrenzdruck an der Sicherheit gespart?

          Nach zwei Abstürzen steckt der Hersteller in einer schweren Krise. Die Boeing 737 Max ist das wirtschaftliche Fundament des Konzerns. Der Eindruck, zwischen Boeing und der Regierung herrsche allzu große Nähe, hat sich verfestigt. Vertrauen zurückzugewinnen, wird schwer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.